Raynaud-Syndrom

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Weiß-Blau-Rot, als Trikolore bezeichnet, ist der typische Farbverlauf des Raynaud-Syndroms. Es handelt sich um eine plötzlich auftretende, episodenhafte Störung der Gefäßmuskulatur insbesondere an den Händen und Füßen.   
Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Definition

Was ist das Raynaud-Syndrom?

Beim Raynaud-Syndrom treten plötzliche Durchblutungsstörungen auf, welche vor allem die Finger oder Zehen betreffen. Diese fühlen sich kalt, taub oder schmerzhaft an und besitzen ein blässliches Erscheinungsbild. In den meisten Fällen ist das Raynaud-Syndrom harmlos, selten kann sich jedoch eine schwerwiegende Erkrankung dahinter verstecken.

Ursache

Wieso verfärben sich die Finger?

Die Blutzufuhr in den Händen bzw. Zehen wird durch Gefäßkrämpfe (Vasospasmen) anfallsartig gedrosselt. Dadurch erscheinen die nicht mehr richtig durchbluteten Gliedmaßen weiß. Im Verlauf kommt es zu einer Blaufärbung, da nicht mehr genug Sauerstoff in den Bereichen verfügbar ist. Als Gegenreaktion öffnen sich dann wiederum umliegenden Gefäße und neues Blut fließt in die Gliedmaßen ein. So kommt es nach der Blaufärbung zu einer Rötung der Anteile.

Ausgelöst wird das Raynaud-Syndrom meist durch Kälte, Stress oder psychische Belastung. Unterschieden werden zwei Formen des Syndroms:

  • Primäre Form des Raynaud-Syndroms: Unbekannte Ursache, evtl. familiär gehäuft.
  • Sekundäre Form des Raynaud-Syndroms: Im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, z.B. einer erblichen Erkrankung des Bindegewebes (Sklerodermie), nach Verletzungen oder Medikamentenüberdosierungen, rheumatischen Erkrankungen, dem Karpaltunnelsyndrom.

Vom Raynaud-Syndrom sind vor allem junge Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr betroffen.

Symptome

Wie zeigt sich das Raynaud-Syndrom?

Durch die gestörte Blutzufuhr färben sich die Finger bzw. Zehen zunächst blass weißlich und später bläulich. Anschließend wird die Haut rötlich, weshalb man in der Medizin von einem „Trikolore-Phänomen“ spricht. Zusätzlich können Missempfindungen, Taubheitsgefühle oder Schmerzen auftreten. Die Beschwerden halten für gewöhnlich wenige Minuten an.

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Diagnose

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Bei der Diagnostik ist es wichtig ein sekundäres Raynaud-Syndrom, bei dem eine zusätzliche Erkrankung vorliegen kann, auszuschließen.

Nach einer eingehenden Befragung des Arztes zu den Beschwerden werden einfache Untersuchungsmethoden durchgeführt. Dazu zählt z.B. die Faustschlussprobe, bei der nach 20 Faustschlüssen die Durchblutung beurteilt wird. Eine weitere Methode ist der „akrale Kälteprovokationstest“, wo die Hände für 3 Minuten in Eiswasser gehalten und anschließend beurteilt werden.

Therapie

Wie sieht die Behandlung aus?

Die Therapie basiert zunächst auf allgemeinen Maßnahmen. Es gilt Risikofaktoren, wie Stress und Kälte (auch kalte Getränke und Nahrungsmittel), zu meiden. Beheizbare Wärmehandschuhe können für Betroffene hilfreich sein. Ratsam ist es zudem auf Nikotin und Rauchen zu verzichten, da dies bei langfristigem Konsum noch zusätzliche Gefäßschädigungen, wie z.B. der Entstehung einer arteriellen Verschlusskrankheit, bewirken kann.

Im Folgenden haben wir einige Therapiemaßnahmen, die bei einem Raynaud-Syndrom Anwendung finden können, zusammengefasst:

Therapie bei einer Attacke

Droht ein Beschwerdeanfall, sollten die Hände mit Wärme behandelt werden (z.B. warmes Wasser). Dies entspannt die Gefäßmuskulatur, sodass sich die Gefäße erweitern. Alternativ können die Hände massiert oder bewegt werden. Dies regt die Durchblutung an. Nach maximal einer Stunde klingen die Symptome meist von alleine ab.

Medikamentöse Therapie

Sind die allgemeinen Maßnahmen nicht effizient genug, kann eine medikamentöse Therapie begonnen werden. Besonders sinnvoll ist eine medikamentöse Therapie, wenn das Gewebe bereits beschädigt ist. Zu den geeigneten Subtanzen zählen Calciumantagonisten oder Nitroglyzerin, dessen Wirkstoffe zu einer Erweiterung von Gefäßen führen.

Wenn eine weitere Grunderkrankung vorliegt, die zur Ausbildung eines Raynauds führt, sollte diese entsprechend behandelt werden.

Operative Therapie

Lediglich bei schwer ausgeprägten Fällen ist eine OP sinnvoll, bei der z.B. gefäßverengende Nerven blockiert werden (Sympathektomie).

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise