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Ist scharfes Essen eigentlich gesund?

Macht scharfes Essen wirklich glücklich und gesund?

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Gina Wintrich 25.06.2021

In vielen Küchen gehört eine gewisse Schärfe durch Pfeffer oder Chili einfach zum Essen dazu. Doch nicht nur geschmacklich haben scharfe Gewürze einiges zu bieten. Der durch die Schärfe ausgelöste (Schmerz-)Reiz kann die Entstehung von Endorphinen ankurbeln. Daher kommt auch die Redewendung, dass scharfes Essen glücklich macht. Doch abseits der Glücksgefühle: Wie viel Schärfe ist eigentlich gesund? Worauf sollte ich achten? Diese Fragen beantworten wir in diesem Blogbeitrag.

Was genau macht mein Essen eigentlich scharf?

Wenn wir scharfe Gewürze essen, reagiert unser Körper mit einem warmen, evtl. sogar brennenden Gefühl im Mund. Diese Reaktion wird durch die Scharfstoffe in Chilis und Co ausgelöst. Rezeptoren im Körper werden gereizt und die Durchblutung angeregt, dadurch entsteht das Wärmegefühl.

Die gängigsten Scharfstoffe in Gewürzen sind:

  • Capsaicin (in Paprikaarten, sowie Chili und Pfefferoni)
  • Piperin (in Pfeffer)
  • Senfölgycoside (in Senf und Merettich)
  • Allicin (in Knoblauch)
  • Gingerol (in Ingwer)

Diese Inhaltsstoffe in den Gewürzen sind für die Schärfe verantwortlich.

Übrigens: Bei Schärfe handelt es sich nicht um einen Geschmack oder eine Geschmacksrichtung wie süß, sauer oder salzig. "Scharf" ist eine Schmerzreaktion die vom Körper, ähnlich wie ein Geschmack empfunden wird.

Wie gesund ist scharfes Essen wirklich?

Tatsächlich es es erwiesen, dass scharfes Essen gut für unsere Gesundheit ist. Vor allem der Stoff Capsaicin, der in Chilis enthalten ist, wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden aus. Neben den bereits erwähnten Glückshormonen bringt Capsaicin noch weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften mit sich:

Durch die Schärfe und die damit einhergehende Schmerzreaktion wird die Schweißbildung angeregt und es kommt zu leichten bis mittelstarken Hitzewallungen. Diesen Effekt nutzen vor allem Menschen in wärmeren Regionen ganz gezielt, da durch das Schwitzen die Körpertemperatur absinkt.

Des Weiteren hat Capsaicin eine antibakterielle Wirkung - es ist entzündungshemmend; Lebensmittel mit Capsaicin sind darüber hinaus länger haltbar.

Der Scharfstoff steigert die Magensaftproduktion und regt somit die Verdauung an. Dies hilft dabei, fetthaltige Speisen leichter zu verdauen.

Außerdem wirkt Capsaicin gefäßerweiternd und sorgt dadurch für eine verbesserte Durchblutung. Der Kreislauf wird in Schwung gebracht. Zusätzlich werden durch die verstärkte Durchblutung die Schleimhäute sensibilisiert und das Geschmacksempfinden angeregt.

Scharfes Essen vermehrt den Speichelfluss im Mund. Das kann sich positiv auf die Zahngesundheit auswirken.

Vorsicht: Was man bei scharfem Essen unbedingt beachten sollte

In der Regel wird sehr scharfes Essen von dem Bundesinstitut für Risikobewertung als nicht gesundheitsschädigend eingestuft. Die gesunde Menge an Schärfe beläuft sich auf maximal 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einer höheren Konzentration des Scharfstoffs, wird seine Wirkung jedoch als kritisch bis schädigend eingeschätzt. Unter Umständen kann es zu negativen Auswirkungen kommen.

Besonders vorsichtig sollten diejenigen sein, die ohnehin schon einen empfindlichen Magen haben. Durch die Schärfe werden die Magen- und Darmschleimhäute gereizt, was zu starken Magenschmerzen und/oder Durchfall führen kann.

Auch wer unter Sodbrennen leidet, sollte auf scharfe Speisen besser verzichten. Die verstärkte Produktion von Magensaft kann das Sodbrennen verschlimmern.

Wer Schärfe nicht gewohnt ist (Kinder!), kann also auf scharfe Lebensmittel unter Anderem mit Übelkeit, Erbrechen, Schleimhautreizungen oder Bluthochdruck reagieren.

Wichtig: Einige Hauterkrankungen können durch scharfes Essen verstärkt werden: Eine Rosacea (Couperose) wird sehr häufig durch stark gewürzte / schwarfe Speisen getriggert! Bei einer besonderen Form der Nesselsucht (Cholinerge Urtikaria) wird ebenfalls von schweißtreibenden Nahrungsmitteln abgeraten!

Der richtige Umgang mit Schärfe

Wer scharf gewürzte Speisen in einem angemessenen Maße zu sich nimmt, muss in der Regel keine Befürchtungen haben. Im Idealfall wird sogar von positiven Wirkungen profitiert. Um keine negativen Auswirkungen zu riskieren, sollten im Umgang mit der Schärfe folgende Dinge beachtet werden:

  • Schärfe nur in Maßen hinzugeben und am besten langsam herantasten. Schließlich soll das zubereitete Essen auch noch genießbar sein.
  • Bei der Zubereitung und Chilis und weiteren scharfen Gewürzen am besten Handschuhe tragen, da die Schärfe auch die Haut und vor allem die Augen reizen kann.
  • Capsaicin ist fettlöslich. Wenn das Essen also doch mal zu scharf war, kann das brennende Gefühl durch Milch oder stärkehaltige Produkte (wie Brot) in Verbindung mit Speiseölen gelindert werden - Wasser hingegen hilft nicht
  • Bestimmte Hauterkrankungen können durch scharfes Essen getriggert werden!
Gina Wintrich

Verfasst von Gina Wintrich