Digitale Wissenschaftskommunikation: Die Verbreitung von Wissen in der Gesellschaft

Wissenschaftskommunikation: Die Verbreitung von Wissen in der Gesellschaft
Deine Haut braucht schnelle Hilfe?
In 5 Minuten online zur Hautarzt-Diagnose.
Porträt von Dr. med. Vasiliki Herold-VlantiPorträt von Dr. med. Thorsten Hromatke

25+ Erfahrene Dermatologen

Diagnose erhalten

Wie die Digitalisierung die Kommunikation verändert

Die durch den digitalen Wandel zunehmende Präsenz von digitalen Medien wie Smartphones, Laptops und Tablets hat einen großen Einfluss auf unseren Alltag, insbesondere auf unsere Kommunikation. Dabei beeinflusst die digitale Kommunikation sowohl kommunikative Praktiken, also z.B. die Art wie wir reden und zuhören, als auch die öffentliche Kommunikationsordnung. [1]

Zu letzterem gehört zum Beispiel, dass man sich zeit- und ortsunabhängig informieren, unterhalten und austauschen kann. Aber nicht nur die zwischenmenschliche Alltagskommunikation hat sich verändert, auch andere Formen der Kommunikation, wie zum Beispiel die Wissenschaftskommunikation, haben sich durch die Digitalisierung gewandelt. Aber was ist Wissenschaftskommunikation überhaupt?

interne Wissenschaftskommunikation, externe Wissenschaftskommunikation, Öffentlichkeit, Forschung

Wissenschaftskommunikation

Wissenschaftskommunikation umfasst alle Arten der Kommunikation von wissenschaftlichen Inhalten und wissenschaftlicher Arbeit. Dazu gehören unter anderem:

  • massenmediale Wissenschaftskommunikation: Wissenschaftsjournalismus (Berichterstattung von Medien, meist aktuelle Themen) und Wissenschafts-PR (Wissenschaftsvermittlung bestimmter Institutionen an eine breite Öffentlichkeit, z.B. durch eine PR-Abteilung oder -Agentur)
  • die direkte Kommunikation von Forschenden untereinander (nicht-öffentliche, interne Wissenschaftskommunikation)
  • und die direkte wissenschaftliche Kommunikation zwischen Forschenden und der Öffentlichkeit (externe Wissenschaftskommunikation) [2]

Wissenschaftskommunikation hat demnach viele Bedeutungen. Auch ist sie nicht scharf von anderen Kommunikationsfeldern abzugrenzen. Jemand, der einen Impfstoff entwickelt hat und über dessen Herstellung und Wirkung spricht, betreibt zum Beispiel sowohl Gesundheitskommunikation (bzw. Medizinkommunikation) als auch Wissenschaftskommunikation. [3] Der Zweck öffentlicher Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist die Bereitstellung von Wissen und allgemeinen Informationen.

Social Media, Massenmedium, Wissen, Öffentlichkeit
Deine Haut braucht schnelle Hilfe?
In 5 Minuten online zur Hautarzt-Diagnose.
Porträt von Dr. med. Vasiliki Herold-VlantiPorträt von Dr. med. Thorsten Hromatke

25+ Erfahrene Dermatologen

Diagnose erhalten

Wissenschaftskommunikation und digitale Medien

Jeder der unterschiedlichen Bereiche von Wissenschaftskommunikation wird durch die Digitalisierung beeinflusst. Daher kam der Begriff „Digitale Wissenschaftskommunikation“ auf. Im Folgenden wird die Bedeutung der digitalen Kommunikation in einigen Bereichen der Wissenschaft beschrieben.

Wissenschaftsjournalismus und -PR in den sozialen Medien

Journalistische Wissenschaftsartikel werden mittlerweile häufig über die sozialen Medien (Instagram, LinkedIn, Facebook etc.) und Plattformen wie YouTube weit verbreitet. [4] Das aktuell wohl bekannteste Beispiel sind die Youtubevideos von Mai Thi Nguyen-Kim, deren Aufklärungsvideos über die Coronapandmie über eine Millionen mal aufgerufen wurden.

Solche (Social Media-)Plattformen bieten der Wissenschaftskommunikation eine neue Form: die „many-to-many“-Kommunikation, also Kommunikation und großer Informationsaustausch zwischen vielen Usern. [4] Auch bieten die digitalen Medien eine multimodale Präsentation von Wissenschaft an: Die Kombination von Bild, Text, Video und Ton. [5]

Die Wissenschafts-PR, z.B. die Aufarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch eine Agentur, profitiert ebenso wie der Wissenschaftsjournalismus von der Möglichkeit, sehr schnell mit der breiten Öffentlichkeit kommunizieren zu können.

Gleichzeitig ist Wissenschafts-PR aber immer an eine Institution gebunden, wodurch mögliche Interessenskonflikte entstehen können. Wissenschaftsvertreter*innen sind sich dieses Risikos bewusst, weswegen sie Leitlinien für eine gute Wissenschaftskommunikation aufgestellt haben. [6]

Zwischen Forscher*innen: Interne Digitale Wissenschaftskommunikation

Auch in der interne Wissenschaftskommunikation hat die Digitalisierung innovative Konzepte hervorgebracht. So ist durch shared documents (z.B. durch Cloud-Dienste) und Wiki-Plattformen wie Wikipedia z.B. eine neue Möglichkeit der Zusammenarbeit entstanden: Das gleichzeitige, aber ortsunabhängige kollaborative Schreiben. [5]

Darüber hinaus bieten Forschungsnetzwerke Forschenden die Möglichkeit sich einfach untereinander zu vernetzen (wie z.B. LinkedIn) und ihre Publikationen digital zu speichern und zu veröffentlichen (wie z.B. ResearchGate). [5]

Die Bedeutung digitaler Wissenschaftskommunikation für die Gesellschaft

Wissenschaftskommunikation über digitale und soziale Medien hat eine deutlich höhere Reichweite als die analogen Medien. Der Zugang zu Wissen wird dadurch einfacher, bezahlbarer und schneller. Entscheidend für die erfolgreiche Nutzung dieser neuen Kommunikationsformen ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Chancen, die die Digitalisierung ermöglicht.

Für Produzent*innen bedeutet das eine sorgfältige Nachweispflicht der Quellen ihrer Informationen. Aus Sicht der Rezipient*innen gehört dazu eine reflektive Betrachtung der Informationsflut des Internets.

Quellen:

  1. Höflich, J., Roll, J., Kirchner, J. (2014) | Mediennutzer als mobile kommunikative Inseln. Ergebnisse eines qualitativen Experiments. In: Wimmer, Jeffrey/Hartmann, Maren (Hrsg.): Medienkommunikation in Bewegung. Mobilisierung – Mobile Medien – Kommunikative Mobilität. Wiesbaden: Springer, 123-138.
  2. Schäfer, M. S.; Kristiansen, S.; Bonfadelli, H. (2015) | Wissenschaftskommunikation im Wandel. Relevanz, Entwicklung und Herausforderungen des Forschungsfeldes. In: Ebd.: Wissenschaftskommunikation im Wandel. Köln: von Halem, 10-43.
  3. Rossmann, C., Meyer, L. (2017) | Medizin- und Gesundheitskommunikation. In: Bonfadelli et al.: Das Forschungsfeld Wissenschaftskommunikation. Wiesbaden: Springer, 355-371.
  4. Schäfer, M. (2017) | Wissenschaftskommunikation online. In: Bonfadelli et al. (Hrsg.): Forschungsfeld Wissenschaftskommunikation. Springer: Wiesbaden, 275-293.
  5. Lobin, H. (2017) | Aktuelle und künftige technische Rahmenbedingungen digitaler Medien für die Wissenschaftskommunikation. In: Weingart, P, et al. (Hrsg.): Perspektiven der Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter. Weilerswist: Velbrück, 223-258.
  6. Ziegler, R.; Fischer, L. (Wissenschaft im Dialog) (2020) | Ziele von Wissenschaftskommunikation. Eine Analyse der strategischen Ziele relevanter Akteure für die institutionelle Wissenschaftskommunikation in Deutschland, 2014-2020.

Inhalt

Verfasst von
Johanna Vogel
Johanna Vogel
Johanna Vogel studierte im Master Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Universität Duisburg-Essen. Bei dermanostic arbeitete sie in den Bereichen Presse und Kommunikation.

Das könnte Dich auch interessieren!

Leitlinien der Teledermatologie

Leitlinien spielen eine wichtige Rolle in der Medizin. Sie dienen dazu, Ärzten und Ärztinnen eine Empfehlung für die Versorgung von Patient*innen zu geben, um eine hohe Behandlungsqualität zu gewährleisten und Versorgungsstrukturen zu optimieren.

Kann eine digitale Behandlung per App den Hautarztbesuch ersetzen?

In den letzten Jahren sind telemedizinische Behandlungen immer populärer geworden. Auch in Deutschland etabliert sich diese Behandlungsmöglichkeit zunehmend.

Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Teledermatologie

Schon vor dem Ausbruch von SARS-Covid-19 hat es in Deutschland keine flächendeckende dermatologische Versorgung gegeben. Lange Wartezeiten von mehreren Monaten auf einen Termin beim Hautarzt/ bei der Hautärztin sind keine Seltenheit.

Chancen und Grenzen der digitalen Arzt-Patienten-Kommunikation

Was sind die Herausforderungen der Arzt-Patienten-Kommunikation? Wie funktioniert dieser Austausch im Digitalen? Ein Interview mit Dr. med. Alice Martin, dermanostic-Mitgründerin und Kommunikationsexpertin.

Gesundheitsanwendungen: Ein Einblick in die Welt der DiGA und digitalen Plattformen

Dr. Alexandra Heidel von der CompuGroup Medical teilt mit uns ihre Expertise im Bereich digitale Gesundheitsanwendungen. Außerdem erklärt sie uns den Vorteil von Gesundheitsplattformen und gibt uns einen Ausblick auf die Rolle von DiGA und DiPA in 30 Jahren.

E-Health

Der Begriff E-Health (auch: eHealth geschrieben) leitet sich von dem englischen Begriff „electronic Health“ ab. Unter diesem Sammelbegriff werden Anwendungen zusammengefasst, die mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) die Behandlung und die Betreuung von Erkrankten unterstützen.

Telematikinfrastruktur

Die Telematikinfrastruktur (TI) bezeichnet die Infrastruktur - also die technische Grundausstattung - für alle medizinischen Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen. Sie kann auch als die „Datenautobahn des Gesundheitswesens“ bezeichnet werden.

Deep Learning

Deep Learning ist ein Teilgebiet des maschinellen Lernens, welches sich auf künstliche neuronale Netze und große Datenmengen fokussiert. Deep Learning wird dazu genutzt, Bilder zu erkennen, Texte zu verstehen und Entscheidungen genauer treffen zu können.

Was ist das Digitale-Versorgung-Gesetz?

Das DVG gehört zu den Gesetzen, das die Digitalisierung des Gesundheitswesens entscheidend beeinflusst. Es gilt als Unterstützer digitaler Innovationen und schafft eine Rechtsgrundlage für die Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen.

Elektronische Patientenakte (ePA)

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist eine digitale Anwendung, die von der Krankenkasse zur Verfügung gestellt wird, in die Patient*innen ihre medizinischen Informationen eintragen und medizinische Dokumente ablegen können.

Lust auf mehr?

Jetzt exklusiv in unserem Newsletter:
Expertentipps
Hilfreiches Hautwissen
Exklusive Angebote
Wilkommens-Gutschein