
Das Mikrobiom der Haut
Was ist das Mikrobiom – und warum ist es so wichtig für unseren Körper? Auf unserer Haut lebt eine ganze Welt aus Mikroorganismen, die sie schützt, das Immunsystem stärkt und fü...
Author: Gina Wintrich
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25+ Erfahrene Dermatologen

Die Haut ist mit bis zu 2 Quadratmetern das größte Organ des menschlichen Körpers. Damit die Haut vor äußeren Einflüssen, Bakterien und Viren geschützt ist, benötigt die Haut das sogenannte Mikrobiom. Dieses spielt eine entscheidende Rolle für den Gesundheitszustand des Körpers und erfüllt die Schutzfunktion der Haut. Was genau das Mikrobiom ist und wie es funktioniert, erfährst Du hier.
Der Begriff Mikrobiom bezeichnet die Summe aller Mikroorganismen des menschlichen Körpers. Diese verschiedenen Mikroorganismen befinden sich im Körper vor allem im Darm und auf der Haut.
Das Mikrobiom der Haut setzt sich aus verschiedenen Arten von Bakterien, Pilzen und Viren zusammen. Diese nennt man zusammengefasst auch Mikroben. Es entsteht eine Symbiose (=Zusammenleben) zwischen dem Mikrobiom und der Haut, die eine schützende Schicht bildet.
Im ersten Moment schreckt das Wort „Bakterien“ schnell ab. Dennoch gilt es hier zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien zu unterscheiden. Zu einem gesunden Mikrobiom, beziehungsweise eine gesunde Hautflora, gehört auch eine dichte Besiedelung mit „guten“ Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Viren). Liegt ein Ungleichgewicht der Ansiedelung vor, so kann es zu Hautschäden kommen. Ein gesundes Mikrobiom sorgt dafür, dass die Anzahl der „schlechten“ Bakterien so gering wie möglich gehalten wird.
Übrigens: Der menschliche Körper ist von ca. 38 Billionen Bakterien besetzt. Die Zusammensetzung des Mikrobioms ist also bei jedem Menschen so unterschiedlich und individuell, wie die DNA oder der Fingerabdruck.
Das Hautmikrobiom erstreckt sich über die gesamte Haut am Körper, es können jedoch verschiedenen Zonen unterschieden werden. Je nach Hautgegebenheit und pH-Wert charakterisiert sich die Zusammensetzung der Bakterien des Mikrobioms.
Man unterscheidet folgendermaßen:
Damit das Mikrobiom der Haut im Gleichgewicht bleibt, ist es wichtig, die Hautpflege der verschiedenen Körperstellen an den pH-Wert anzupassen. Nur so kann der optimale Schutz für die Haut durch das Mikrobiom, beziehungsweise die Hautflora, gewährleistet werden.

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Das Mikrobiom bildet eine Art Schutzschild für die Haut. Die Haut stellt die Verbindung zwischen dem Körper und der Außenwelt dar und bietet Schutz vor schädlichen Einflüssen aus der Umwelt. Eine gesunde Hautflora funktioniert quasi so, dass Feuchtigkeit in die Haut eindringen kann und schädliche Stoffe wie Krankheitserreger „draußen bleiben“ müssen.
Kommt es allerdings zu einem Ungleichgewicht der Population des Mikrobioms, so wird diese Schutzfunktion beeinträchtigt oder gestört. So kann es zum Beispiel dazu kommen, dass Krankheitserreger in den Körper eindringen. Es kann zu einer erhöhten Haut-Empfindlichkeit, schnellerer Hautalterung, Elastizitätsverlust, Faltenbildung oder auch Entzündungen kommen.
Eine Schädigung des Mikrobioms kann zum Beispiel durch übermäßige Pflege oder die Verwendung falscher Kosmetikprodukte entstehen. Auch das ständige Händedesinfizieren- und Waschen spielt eine große Rolle.
Als Resultat einer geschädigten Hautbarriere können Krankheitserreger in den Körper oder die Haut eindringen. Das kann eine Ursache verschiedener Erkrankungen sein.
Hautkrankheiten die häufig mit einem unausgeglichenen Mikrobiom in Zusammenhang stehen, sind zum Beispiel Ekzeme, Neurodermitis, Rosazea oder die Schuppenflechte.
Einer Neurodermitis liegt beispielsweise eine geringere Anzahl der Bakterien zugrunde. Während die Vielfältigkeit (Diversität) immer kleiner wird, vermehrt sich ein bestimmtes Bakterium sehr stark: das Staphylococcus aureus. Durch die Überbesiedelung dieses Bakteriums wird das Spektrum des Mikrobioms immer weiter zurückgedrängt. Die Hautbarriere ist geschädigt und es kommt schneller zu Entzündungen der Haut. Diese Entzündungen begünstigen wiederum eine weitere Vermehrung des Bakteriums Staphylococcus aureus.
Man kann auf zwei Wegen gegen diese Überbesiedlung vorgehen: Entweder versucht man, gezielt die Vermehrung des Staphylococcus aureus einzudämmen, oder man fördert die Vermehrung der nützlichen Bakterien. Dies kann medikamentös oder durch die Verwendung bestimmter Salben erfolgen. Außerdem sollte eine entsprechende Pflege der Haut durchgeführt werden.
Um für Dich den richtigen Weg zu finden, richte Dich gerne an unsere Hautfachärzt:innen per App. Innerhalb von 24 Stunden erhältst Du einen Arztbrief mit einer Diagnose sowie einer individuellen Therapieempfehlung. Falls nötig, wird für die empfohlenen Wirkstoffe ein Rezept ausgestellt.
Auch bei der Hauterkrankung Schuppenflechte liegt eine verringerte Diversität der Mikroben vor. In den für die Schuppenflechte typischen Plaques (so nennt man die betroffenen Hautstellen) kommt es, wie bei der Neurodermitis, zu einer hohen Menge des Staphylococcus aureus.
Hier ist es allerdings schwierig die Behandlung lediglich durch eine Veränderung des Mikrobioms vorzunehmen. Diese kann und sollte zwar unterstützt werden, um die Diversität wieder zu erhöhen, ist jedoch als Therapie oft nicht ausreichend. Dazu können zusätzlich bestimmte Medikamente und Salben notwendig sein.

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Um unserer Haut langfristig den bestmöglichen Schutz zu bieten, spielt die richtige Pflege eine wichtige Rolle. So können nützliche Mikroorganismen unterstützt und die Schutzfunktion gestärkt werden. Auch die Lebensweise beeinflusst das Mikrobiom der Haut. Es gibt einige Dinge, die eine gesunde Hautflora unterstützen, während andere sich eher schädigend auswirken können.
Unterstütze Deine Haut dabei, Deinen Körper zu schützen!
