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Ekzeme im Sommer – Wie beeinflusst mich das Sonnenlicht?

Hilft die Sonne bei Hautekzemen?

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Dr. Alice Martin 29.07.2023

Was ist ein Ekzem?

Hautausschläge, auch bekannt als Ekzeme sind entzündliche Hauterscheinungen, die durch eine gestörte Hautbarriere und eine überreaktive Immunantwort ausgelöst werden. Ekzeme sind also eine Entzündung der Haut, die nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern auftreten kann. Insbesondere das atopische Ekzem, besser bekannt als Neurodermitis (Atopische Dermatitis), oder das allergische Kontaktekzem sorgen für entzündliche Prozesse an der Haut. Dabei ist ein “Ekzem” ein Überbegriff und viele Hauterkrankungen können zu kleinen Entzündungen an der Hautoberfläche führen.

Die atopische Dermatitis wird oft von einer genetischen Veranlagung begleitet und tritt typischerweise in Schüben auf. Besonders häufig tritt Neurodermitis bei Kindern auf, kann sich aber auch bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.

Woran erkenne ich ein Ekzem (auch bekannt als Dermatitis)?

Dermatitis bedeutet übersetzt so viel wie „entzündete Haut“ (derma = Haut, itis = Entzündung) und zeichnet sich durch folgende Symptome aus:

  • trockene, juckende, rissige und entzündete Haut (Derma=Haut, itis=Entzündung)
  • Rötungen
  • starker Juckreiz
  • Schwellungen
  • nässende Stellen auf der Haut

Zu typischen Ekzemen zählt neben der atopischen Dermatitis auch die Kontaktdermatitis – eine Reizung bzw. Entzündung der Haut, die durch direkten Kontakt mit einer Substanz verursacht wird. Dies kann entweder auf einer allergischen Komponente entstehen (allergisches Kontaktekzem) oder durch starke Reizung und potenziell giftige Schadstoffe.
Wenn Du Symptome eines Ekzems bemerkst, kannst du gerne unsere Dermatolg*innen kontaktieren. Innerhalb von 24 Stunden bekommst Du eine genaue Diagnose inkl. Arztbrief und ggfs. Rezept über unsere App. 

Warum bekommt man ein Ekzem?

Die genaue Ursachen für Ekzeme ist nicht immer bekannt, aber sie scheinen durch eine Kombination von genetischen, immunologischen und Umweltfaktoren ausgelöst zu werden. Ein gestörter Hautbarriereschutz spielt eine wichtige Rolle, da die Haut bei Ekzemen anfälliger für Austrocknung und das Eindringen von Reizstoffen ist.

Ekzeme können durch verschiedene Auslöser verschlimmert werden, wie z. B. allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe wie Pollen, Tierhaare, Lebensmittel oder Hautpflegeprodukte (dann werden sie als Allergene bezeichnet). Andere Auslöser können Hitze, Kälte, Stress oder Reibung sein. Wenn man über einen längeren Zeitraum mit den Auslösern konfrontiert ist, sind die Symptome des Ekzems bei den betroffenen Personen auch entsprechend schlimmer.

Ich habe ein Ekzem, was kann ich tun?

Die Behandlung von Ekzemen besteht in der Regel darin, die Hautfeuchtigkeit zu bewahren, den Juckreiz zu lindern und Entzündungen zu reduzieren. Dazu werden häufig Cremes oder Salben mit entzündungshemmenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften verwendet. In schwereren Fällen können auch systemische Medikamente zum Einsatz kommen. Die oberste Regel lautet: Trotz starkem Juckreiz nicht kratzen!

Wenn Du Symptome eines Ekzems bemerkst, kannst du gerne unsere Dermatolg*innen kontaktieren. Innerhalb von 24 Stunden bekommst Du eine genaue Diagnose inkl. Arztbrief und ggfs. Rezept über unsere App. 

Wann ist die Sonne gut für mein Ekzem?

Im Sommer kann das Wetter sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf Hautekzeme haben.

Die Sonne kann sich positiv auf Hautekzeme auswirken, denn Sonnenlicht ist eine natürliche Quelle von Vitamin D. Dieses spielt eine wichtige Rolle bei der Hautgesundheit und Immunfunktion. Es kann dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren und das Immunsystem zu regulieren, was bei der Linderung von Ekzemen hilfreich sein kann. Zudem trocknet die Sonne die Haut aus, was bei feuchten Ekzemen eine Besserung bewirken kann.

Auch die ultravioletten (UV-)Strahlen der Sonne können das Ekzem lindern. Dieses Prinzip wird auch bei der Phototherapie angewendet, die von Fachärzt*innen empfohlen wird, um Schübe zu lindern. Hintergrund ist, dass die UV-Strahlung das Immunsystem und damit die Entzündungskaskade unterdrückt.

Aber Vorsicht: Zu hohe Dosen UV-Licht können die Haut schädigen. 

Wann schadet die Sonne meiner Haut? 

Trotz der möglichen positiven Effekte sollte die Sonnenexposition bei Hautekzemen mit Vorsicht gehandhabt werden, da es auch Risiken birgt:

object Object0. Sonnenbrand: Personen mit Ekzemen haben oft eine geschwächte Hautbarriere, wodurch sie empfindlicher auf Sonnenbrand reagieren können. Ein Sonnenbrand kann die Entzündung verschlimmern und die Symptome des Ekzems verstärken. object Object1. Überhitzung: Übermäßigen Hitzeeinwirkung auf die Haut kann zur Irritation führen, was wiederum das Ekzem verschlimmern kann. object Object2. Austrocknung: Obwohl die Sonne die Haut bei feuchten Ekzemen austrocknen kann, kann sie bei trockenen Ekzemen zu zusätzlicher Austrocknung führen, was die Symptome verschlimmern kann. object Object3. UVA/UVB-Strahlung: Bestimmte Strahlungen der Sonne, wie UVA und UVB, können die Haut zusätzlich irritieren und die Entzündungsreaktion des Ekzems verschärfen. object Object4. Photosensitivität: Einige Medikamente, die zur Behandlung von Ekzemen eingesetzt werden, können die Haut lichtempfindlicher machen und das Risiko für Sonnenbrand und allergische Reaktionen erhöhen.

Kann ich trotz Ekzem in die Sonne?

Um die positiven Auswirkungen der Sonne zu nutzen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren, sollten die betroffenen Personen einige Vorsichtsmaßnahmen treffen:

  • Die Sonne in den frühen Morgenstunden oder späten Nachmittagseinheiten genießen, wenn die UV-Strahlung weniger intensiv ist.
  • Tragen von dunkler, schützender Kleidung, um die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.
  • Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF) und speziell für empfindliche Haut.

Um die bestmögliche Behandlung zu erhalten, kannst du gerne unsere Hautärzt*innen über unsere App konsultieren. 3 Fotos, ein kurzer Fragebogen und innerhalb weniger Stunden kriegst du eine professionelle Einschätzung, inkl. Arztbrief von unseren Expert*innen.

Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass die Sonne zwar einige positive Effekte auf Hautekzeme haben kann, aber eine vernünftige und vorsichtige Sonneneinstrahlung in Verbindung mit einer angemessenen medizinischen Behandlung entscheidend ist, um die Symptome effektiv zu lindern und langfristige Schäden zu vermeiden.

Dr. Alice Martin

Verfasst von Dr. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und Mitgründerin der Online-Hautarztpraxis dermanostic. Sie ist leidenschaftliche Vermittlerin für dermatologische Themen und deshalb bei dermanostic für die Patientenkommunikation zuständig.