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Herpes labialis (Lippenherpes)

Auch bekannt als: Herpes simplex labialis; Fieberbläschen; Herpesinfektion der Lippen; Herpes der Lippen; Labialer Herpes
ICD-Code: B00.1
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Das dermanostic Maskottchen beim Lesen

Die meisten Menschen kennen die schmerzenden roten Bläschen auf den Lippen. Die Herpesinfektion an den Lippen kann eine belastende Erkrankung sein. Es handelt sich um eine schmerzhafte Virusinfektion, die im Laufe des Lebens immer wieder auftreten kann. Wir erklären im Artikel, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann. In unserer digitalen Hautarztpraxis bei dermanostic behandeln unsere Hautärzt*innen täglich viele Patient*innen mit einem Lippenherpes per App.

5 Fakten über Lippenherpes

  • Lippenherpes wird durch das Herpes-simplex-Virus (meist HSV-1) verursacht.
  • Nach der ersten Infektion bleibt das Virus lebenslang im Körper und kann immer wieder aktiviert werden.
  • Typische Symptome sind Kribbeln, Brennen und schmerzhafte, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen an den Lippen.
  • Lippenherpes ist hochansteckend und wird vor allem durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt, beispielsweise beim Küssen, übertragen.
  • Ein Lippenherpes-Ausbruch heilt meist innerhalb von 7 bis 14 Tagen von selbst ab. Antivirale Medikamente können die Heilung beschleunigen.

Definition

Was ist Lippenherpes (Herpes labialis)?

Lippenherpes, medizinisch auch Herpes labialis genannt, ist eine Infektion der Lippen und der umliegenden Haut, ausgelöst durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1). Viele Betroffene merken zuerst ein unangenehmes Kribbeln, Jucken oder ein Spannungsgefühl an der Lippe – oft noch bevor die bekannten kleinen Bläschen entstehen. Diese Bläschen treten meist auf einer Seite der Lippen auf, können sich aber auch auf die Mundhöhle, die Nasenregion oder die angrenzende Haut ausbreiten.

Lippenherpes ist sehr verbreitet: Schätzungen zufolge tragen 60 bis 90 Prozent der Menschen in Deutschland das Virus in sich, oft ohne es zu merken. Bei etwa 20 bis 40 Prozent dieser Personen entwickelt sich im Laufe des Lebens ein wiederkehrender Lippenherpes, der in stressigen Phasen, bei Erkältungen oder nach intensiver Sonneneinstrahlung erneut ausbrechen kann.

Dauer

Wie lange dauert Lippenherpes?

Seitenprofil einer Frau, dessen Lippen man sieht

 

Ein Lippenherpes-Ausbruch dauert in der Regel 7 bis 14 Tage. Die Bläschen füllen sich mit Flüssigkeit, platzen auf, verkrusten und heilen schließlich wieder ab. Beim ersten Ausbruch können zusätzliche Symptome wie leichtes Fieber, geschwollene Lymphknoten oder allgemeines Krankheitsgefühl auftreten.

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Ursache

Ursachen von Lippenherpes

Lippenherpes wird durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) verursacht. Nach der ersten Infektion verbleibt das Virus lebenslang im Körper, meist ohne Symptome. Unter bestimmten Bedingungen kann es reaktiviert werden und die typischen Bläschen hervorrufen.

Häufige Auslöser sind:

  • Ein geschwächtes Immunsystem, z. B. nach Infektionen oder chronischen Erkrankungen
  • Stress oder psychische Belastungen
  • Hormonelle Veränderungen, z. B. während der Menstruation, Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • Starke Sonneneinstrahlung oder Solariumbesuche
  • Hautreizungen, z. B. durch kosmetische Behandlungen, Zahnbehandlungen oder Micro-Needling

Symptome

Symptome von Lippenherpes

Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Kribbeln, Jucken oder Brennen an der Lippe
  • Kleine, schmerzhafte Bläschen, oft nur auf einer Seite der Lippen
  • Flüssigkeit in den Bläschen, die beim Aufplatzen Wunden hinterlässt
  • Bildung von Krusten während der Heilung
  • Selten: Fieber, geschwollene Lymphknoten oder allgemeines Krankheitsgefühl
  • Bei Kindern: Mundfäule (Stomatitis aphtosa), mit stark schmerzenden Bläschen und Fieber

So sieht die Hauterkrankung aus: Beispielbilder: Herpes labialis (Lippenherpes)

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Übertragung

Wie wird Lippenherpes übertragen?

Lippenherpes ist hoch ansteckend. Das Virus kann übertragen werden durch:

  • Direkten Kontakt mit den Bläschen, z. B. Küssen
  • Gemeinsame Nutzung von Besteck, Gläsern oder Handtüchern
  • Tröpfcheninfektion, z. B. beim Sprechen, Husten oder Niesen
  • Oralverkehr, wenn das Virus auf die Genitalregion gelangt

Therapie

Wie bekommt man Lippenherpes schnell weg?

In den meisten Fällen heilt Lippenherpes von selbst innerhalb von 1–2 Wochen. Zur Linderung der Symptome und Verkürzung der Dauer stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Antivirale Cremes, Gele oder Pflaster (Aciclovir, Penciclovir): Wirken am besten, wenn sie innerhalb der ersten 24 Stunden nach den ersten Anzeichen angewendet werden
  • Schmerzlindernde Gele oder Lutschtabletten für lokal wirksame Schmerzreduktion
  • Hausmittel wie kühle Kompressen oder spezielle Lippenpflegeprodukte, die die Beschwerden lindern, aber nicht antiviral wirken

Bei schweren Verläufen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann der Arzt antivirale Tabletten verschreiben. Diese verkürzen die Dauer eines Ausbruchs und reduzieren das Risiko von Komplikationen.

Kontaktiere für ein Rezept gerne unsere Hautfachärzt:innen. Mache einfach drei Fotos Deiner Lippe und fülle einen kurzen Fragebogen aus. Über unsere App kannst Du innerhalb von 24 Stunden eine ärztliche Empfehlung und ein Rezept erhalten.

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Vorbeugung

Vorbeugung von Lippenherpes

Lippen werden mit Sonnencreme eingecremt

 

Eine Impfung gegen Lippenherpes gibt es derzeit nicht. Dennoch lässt sich das Risiko von Ausbrüchen reduzieren:

  • Sonnenschutz für Lippen und Gesicht verwenden
  • Stress vermeiden und für ausreichend Schlaf sorgen
  • Gesunde Ernährung und moderate Bewegung zur Stärkung des Immunsystems
  • Hautreizungen vermeiden, z. B. bei kosmetischen Behandlungen
  • Bei häufigen Ausbrüchen kann eine vorbeugende antivirale Therapie sinnvoll sein

Wichtig während eines akuten Ausbruchs:

  • Bläschen nicht berühren; Hände gründlich waschen
  • Kein Küssen, besonders bei Säuglingen oder Risikopersonen
  • Besteck, Gläser oder Handtücher nicht teilen
  • Sportarten mit direktem Körperkontakt vermeiden
  • Auf Oralverkehr verzichten
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Ärztliche Abklärung

Wann sollte man mit Lippenherpes zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen ist ein Arztbesuch bei Lippenherpes nicht notwendig, da die Erkrankung in der Regel von selbst abheilt. Es gibt jedoch Situationen, in denen es sinnvoll ist, ärztlichen Rat einzuholen. Dazu gehören beispielsweise ein erster Ausbruch oder ein ungewöhnlich starker Verlauf, bei dem die Bläschen besonders schmerzhaft oder weit verbreitet sind.

Auch wenn die Bläschen an Augen, im Genitalbereich oder an anderen ungewöhnlichen Stellen auftreten, sollte man vorsichtshalber eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Besonders bei kleinen Kindern oder bei Mundfäule, die das Essen und Trinken erschwert, kann eine ärztliche Begleitung wichtig sein.

Menschen mit Neurodermitis oder einem stark geschwächten Immunsystem sollten vorsichtig sein, da ihr Körper Herpesinfektionen weniger gut abwehren kann.

Wenn Du keinen Termin in der Hautarztpraxis vor Ort bekommst, dann wende Dich einfach an unsere Hautfachärzt:innen um innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung zu erhalten.

Erklärvideo

Quellen:

    1. Lautenschlager, S. (2018). Humane herpesviren. In Springer eBooks (S. 101–125). https://doi.org/10.1007/978-3-662-49544-5_9| Herpesviren

    2. Hayderi, L. E., Rübben, A. & Nikkels, A. F. (2017). Alpha-Herpesviridae in der Dermatologie. Der Hautarzt, 68(3), 181–186. https://doi.org/10.1007/s00105-016-3929-5| Herpesviridae in der Dermatologie

    3. Schwedt, G. (2019). Medikamente gegen Lippenherpes. In Springer eBooks (S. 123–127). https://doi.org/10.1007/978-3-662-58669-3_14| Medikamente gegen Lippenherpes

 

Inhalt

Verfasst von
Dr. med. Eleni Papakonstantinou
Dr. med. Eleni Papakonstantinou ist Hautfachärztin bei dermanostic und verbindet ihre Erfahrung aus der Praxis mit digitaler Hautmedizin. In ihren Beiträgen geht es ihr darum, Hautthemen verständlich und alltagsnah zu erklären und Orientierung zu geben, wann Hautpflege ausreicht und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

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