Was du über Rosazea wissen solltest
Rosazea gehört zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen weltweit. Typisch sind anhaltende Rötungen, entzündliche Hautstellen und feine, sichtbare Blutgefäße im Gesicht. In...
Author: Gina Wintrich
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25+ Erfahrene Dermatologen
Stewardessen – man denkt an jung, weiblich und top gestylt. Nicht unbedingt an einen Ausschlag im Gesicht. Ironischerweise wird die Hautkrankheit periorale Dermatitis umgangssprachlich auch als Stewardessen-Krankheit bezeichnet. Warum das so ist und was hinter dem Begriff steckt, erfährst Du hier.
Rote Stellen und kleine Pickel rund um den Mund kommen oft überraschend – vor allem dann, wenn die Hautpflege eigentlich stimmt. Was schnell wie Akne aussieht oder an Rosacea erinnert, hat häufig eine andere Ursache: die periorale Dermatitis.
Der entzündliche Hautausschlag, auch unter dem Synonym „Mundrose“ bekannt, tritt vor allem im Gesicht auf. Typischerweise beginnt er rund um den Mund und das Kinn, zeigt sich durch Rötungen und kleine Pickelchen und kann sich von dort aus weiter ausbreiten. Nur in schweren Fällen sind auch angrenzende Bereiche wie der Hals betroffen. Der Name „Mundrose“ beschreibt das charakteristische Erscheinungsbild der Erkrankung: die rötlichen Hautveränderungen treten meist zunächst um den Mund auf.
Die Krankheit ist ungefährlich und nicht ansteckend. Dennoch kann der Ausschlag unangenehm sein und vor allem aus optischen Gründen als störend empfunden werden. Für einige Patient:innen kann dies auch psychisch belastend sein.
Warum der Name „Stewardessen-Krankheit“? In Industrieländern wie Deutschland leiden etwa 1 % der Bevölkerung an perioraler Dermatitis. Am häufigsten betroffen sind Frauen im Alter von 20 bis 45 Jahren. Kinder und Männer sind deutlich seltener betroffen [1] – daher spielt der Begriff auf die überwiegend jungen Frauen an, die häufig erkranken.
Wie bereits erwähnt, tritt der Ausschlag vor allem im Mund- und Kinnbereich auf. Erste Anzeichen für die Krankheit sind kleine rote Pickel, die sich in dieser Zone innerhalb kurzer Zeit stark vermehren.
Während des Krankheitsverlaufs können zusätzlich folgende Symptome auftreten:
Wenn diese Symptome auf Deinen Ausschlag zutreffen, solltest Du möglichst schnell handeln: Passe Deine Hautpflege an oder beginne eine medizinische Behandlung. Falsch gewählte Pflege kann das Problem verschlimmern und zu einer Ausbreitung des Ausschlags auf Wangen, Augenpartie und Hals begünstigen.
Da eine dermatologische Diagnose oft schon anhand einer Blickdiagnose und einiger Anamnesefragen gestellt werden kann, kannst Du die Behandlung auch bequem über die dermanostic-App starten: Einfach drei Fotos machen, den Fragebogen ausfüllen – und innerhalb von 24 Stunden erhältst Du Deinen Arztbrief mit einer individuellen Therapieempfehlung von unseren Hautfachärzt:innen.

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“Aber warum habe ich jetzt diesen Ausschlag im Gesicht? Ich pflege meine Haut doch immer gut und regelmäßig!“ Diese Frage stellen sich viele Patient:innen mit perioraler Dermatitis. Leider gibt es keine einfache, eindeutige Antwort darauf.
Die genaue Ursache der perioralen Dermatitis ist bisher nicht abschließend geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Eine der Hauptursachen ist eine Überpflegung der Haut: Häufiges Verwenden von Pflegeprodukten oder Kosmetika kann die Hautbarriere schädigen. Deshalb können selbst Menschen mit einer scheinbar sehr ausgeprägten Pflegeroutine betroffen sein.
Weitere mögliche Auslöser, die einen Ausbruch der Krankheit begünstigen, können sein:
Es wird außerdem vermutet, dass die entzündlichen Knötchen im Zusammenhang mit psychischen Belastungen wie Stress stehen. Viele Hautkrankheiten können stark durch die Psyche beeinflusst werden.
„Weniger ist mehr!“ Das hört man häufig, doch hier ist es tatsächlich auch der erste Schritt zur Behandlung des Ausschlags im Gesicht, die sogenannte Nulltherapie. Das heißt auf jegliche Pflege- und Kosmetikprodukte zu verzichten. Die Nulltherapie wird in der Regel etwa 12 Wochen durchgeführt. Begleitend kann ein mildes Produkt verwendet werden, das die Hautfachärzt:innen verschreiben können. Zwar zeigt sich in den meisten Fällen schon nach wenigen Wochen eine Besserung, allerdings sollte die Behandlung nicht frühzeitig abgebrochen werden, da es sonst zu einem erneuten Ausbruch kommen kann.
Es ist besonders wichtig, dass Du auf Produkte wie kortisonhaltige Cremes, Parfüms, seifenhaltige Waschmittel und fluoridhaltige Zahnpasta verzichtest, da diese einen erneuten Schub der Krankheit auslösen können. Die Haut sollte während der Nulltherapie lediglich mit lauwarmem Wasser gereinigt werden.
Ist die Nulltherapie nicht ausreichend, können Hautfachärzt:innen zusätzlich Medikamente verschreiben. Hier gibt es verschiedene Mittel – darunter auch Antibiotika, die eingesetzt werden können. Welches Medikament für Deine individuelle Behandlung das richtige ist, gilt es gezielt abzuklären, welches Medikament für Deine individuelle Behandlung geeignet ist.
Alternativ zum Hautarztbesuch vor Ort kannst Du Dich auch direkt über unsere App an unsere Hautfachärzt:innen wenden. Dafür schickst Du einfach drei Fotos der betroffenen Hautstelle und füllst einen kurzen Fragebogen aus. Innerhalb von 24 Stunden erhältst Du eine Diagnose sowie eine Therapieempfehlung – falls nötig inklusive Rezept.
1. Altmeyers Enzyklopädie: Periorale Dermatitis. (2016) | www.altmeyers.org
