Medicare

Die Urtikaria (Nesselsucht) – Was steckt dahinter?

Symptome, Ursachen und Behandlungsoptionen der Urtikaria.

TUEV Logo

Gina Wintrich 18.12.2025

Urtikaria, auch bekannt als Nesselsucht, ist eine weit verbreitete Hauterkrankung, die mehr ist als ein vorübergehender Hautausschlag. Sie umfasst eine heterogene Gruppe von Hautreaktionen, bei denen es zu Rötungen, juckenden Quaddeln und Juckreiz sowie in einigen Fällen zu tieferliegenden Angioödemen kommt. Die Nesselsucht kann sowohl akut als auch chronisch auftreten. 

Urtikaria im Überblick

Urtikaria bezeichnet Hauterkrankungen, bei denen sich juckende Quaddeln bilden und gelegentlich Angioödeme auftreten. Quaddeln sind kleine, erhabene Hautschwellungen, die bei dichtem Auftreten zu großflächigen Rötungen verschmelzen können. Angioödeme sind tieferliegende Schwellungen, die durch Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe entstehen. 

Der Name „Nesselsucht“ stammt von der Brennnessel: „Urtica“ ist das lateinische Wort für Nessel, da die Quaddeln denen ähneln, die bei Hautkontakt mit Brennnesseln entstehen. 

Kennst Du diese Symptome, dann wende Dich gerne direkt an unseren Hautfachärzt:innen um abklären zu lassen, ob es sich um eine Urtikaria handeln könnte. Mit nur drei Fotos und einem Fragebogen stellen sie Dir eine Diagnose und geben eine Therapieempfehlung. Die Rückmeldung erhältst Du innerhalb weniger Stunden.

Vorkommen 

Etwa 10 bis 25 % der Menschen erleben mindestens einmal in ihrem Leben eine akute spontane Urtikaria, womit sie zu den häufigsten Hauterkrankungen gehört. Besonders betroffen sind Erwachsene im Alter von 20 bis 50 Jahren, aber auch Kinder können von Nesselsucht betroffen sein. [1]

Die chronische spontane Urtikaria tritt deutlich seltener auf: Nur 0,5 bis 1 % der Bevölkerung leidet darunter, Frauen häufiger als Männer. [2]

Akute vs. chronische Nesselsucht 

Nesselsucht kann entweder plötzlich auftreten oder über längere Zeit bestehen. Man spricht von einer akuten Urtikaria, wenn die Beschwerden weniger als sechs Wochen andauern.

Hält die Nesselsucht länger als sechs Wochen an, handelt es sich um einen chronischen Verlauf. Diese Form kann von sechs Monaten bis zu mehreren Jahren andauern.

Typische Symptome

Die Symptome der Nesselsucht hängen von der Form ab: Sie kann spontan (idiopathisch) auftreten oder durch äußere Reize auftreten (induziert). Trotz unterschiedlicher Ursachen zeigen sich bei allen Formen ähnliche Hautveränderungen:

Quaddeln 

  • Erhabene Hautschwellungen, unterschiedlich groß, fast immer von einer Rötung (Erythem) umgeben 
  • Häufig starker Juckreiz, teilweise brennendes Gefühl 
  • Rötung verschwindet meist innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden bei akuten und auch temporär bei der chronischen Form. (Hier treten die Quaddeln wiederholt über mehr als sechs Wochen auf)

Angioödem 

  • Plötzliche, stark ausgeprägte Schwellungen, oft gerötet und tief in der Haut gelegen. 
  • Schmerzen möglich, manchmal begleitet von Juckreiz 

Ursachen und Auslöser der Urtikaria  

Akute Nesselsucht 

Die typischen Quaddeln und Angioödeme bei Nesselsucht entstehen, weil die Mastzellen – spezielle Immunzellen in der Haut – überaktiv werden. Sie setzen vermehrt den Botenstoff Histamin frei, der die Blutgefäße erweitert und durchlässiger macht. Dadurch gelangt Flüssigkeit ins Gewebe, was zu Rötungen auf der Haut und Schwellungen in tieferen Hautschichten führt. In den meisten Fällen lassen sich folgende Auslöser identifizieren: 

  • Infektionen: z. B. Rota- oder Erkältungsviren, Streptokokken-Bakterien 
  • Allergien: Kuhmilch, Latex, Bienenstiche, Pollen oder Tierhaare 
  • Medikamente: vor allem Mittel gegen Rheuma oder Bluthochdruck 

Spontane Nesselsucht (idiopathische Urtikaria) 

Bei der spontanen Nesselsucht lassen sich häufig keine konkreten Auslöser feststellen. Deshalb wird diese Form auch als idiopathische Urtikaria bezeichnet. Betroffene entwickeln die typischen juckenden Quaddeln und teilweise tieferliegende Schwellungen, ohne dass ein äußerer Faktor dafür erkennbar ist. 

Induzierte Nesselsucht 

Außerdem gibt es noch die induzierte Nesselsucht, eine Form der Urtikaria, die durch äußere Einflüsse oder Reize auf die Haut ausgelöst wird. Dazu zählen: 

  • UV-Licht 
  • Reibung oder Druck auf der Haut 
  • Temperaturveränderungen, wie Hitze oder Kälte 

Diagnose der Nesselsucht 

Die Diagnose von Nesselsucht (Urtikaria) beginnt immer mit der Erfassung der Symptome, ihrer Dauer und Häufigkeit.  

Wichtig ist, andere Erkrankungen wie Medikamentenallergien oder Kontaktdermatitis auszuschließen. 

Über die dermanostic-App kannst Du Fotos der betroffenen Hautstellen hochladen, wenn Du den Verdacht auf Nesselsucht  hast. Zusätzlich füllst Du einen kurzen Fragebogen zu Deinen Symptomen aus. Unsere Dermatolog:innen prüfen die Angaben, stellen eine Diagnose und geben eine individuelle Therapieempfehlung. 

Mögliche Rückfragen der Fachärzt:innen: 

  • Bestehen Quaddeln oder Angioödeme schon länger oder familiär gehäuft? 
  • Begleitende Symptome wie Gelenk- oder Bauchschmerzen? 
  • Liegt eine chronisch-entzündliche Erkrankung, Infektion oder Nahrungsmittelallergie vor? 
  • Kürzliche Reisen oder Freizeitaktivitäten? 
  • Aktueller Stress, der Hautreaktionen beeinflussen könnte? 

Je nach Form der Nesselsucht kann es anschließend sinnvoll sein, Laboruntersuchungen durchzuführen, um versteckte Entzündungen zu entdecken oder allergische Auslöser zu identifizieren.  

Behandlung der Urtikaria

Die Therapie richtet sich nach Form, Ursache und Symptomschwere. 

Zunächst gilt: Ursachen identifizieren und meiden. Wenn die Auslöser klar sind, lässt sich die Nesselsucht oft durch Verhaltensänderungen oder Meidung bestimmter Lebensmittel, Medikamente oder Kleidung wirksam reduzieren. 

Schwieriger wird es, wenn physikalische Reize wie Hitze, Kälte oder UV-Strahlung die Beschwerden auslösen. Diese Faktoren lassen sich nicht immer einfach vermeiden. In solchen Fällen kommt eine medikamentöse Therapie zum Einsatz: 

  • Bei leichten Verläufen helfen oft Antihistaminika, die den Juckreiz und die Quaddelbildung reduzieren. 
  • Bei chronischer oder stärker ausgeprägter Urtikaria können zusätzlich Kortisonsalben oder -cremeseingesetzt werden. Diese lindern die Symptome, sollten aber nicht dauerhaft angewendet werden, da sie die Ursache nicht beseitigen. 
  • In sehr schweren oder therapieresistenten Fällen können Immunsuppressiva verschrieben werden. Sie unterdrücken die Immunreaktion und reduzieren die Histaminfreisetzung, wodurch Quaddeln und Angioödeme gelindert werden. 
  • Bei schweren chronischen Verläufen, die auf Antihistaminika nicht ansprechen, können spezielle Medikamente wie Biologika z.B. Omalizumab eingesetzt werden. 

Welche Behandlungsmethode für Dich am besten geeignet ist, hängt von der Form der Nesselsucht und Deinen individuellen Beschwerden ab. Unsere Dermatolog:innen bei dermanostic unterstützen Dich dabei, die passende Therapie zu finden – bequem und sicher per App.

Literatur und Einzelnachweise

  1. Deutsches Ärzteblatt: Urticaria: Its History-Based Diagnosis and Etiologically Oriented Treatment (2008) | www.aerzteblatt.de
  2. National Library of Medicine: Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria. (2010) | www.ncbi.nlm.nih.gov
Gina Wintrich

Verfasst von Gina Wintrich

Gina Wintrich war Mitarbeiterin des Marketing- und Redaktionsteams von dermanostic. Sie studierte Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Medien und Kommunikation. Für das dermanostic-Hautmagazin fokussierte sie sich als Co-Autorin auf leicht verständliche medizinische Beiträge.

Unser Maskottchen Bobbele

Registriere Dich zum Newsletter & erhalte Deinen individuellen Gutschein

Füll das Formular aus, bestätige Deine E-Mail Adresse und schon schicken wir Dir Deinen individuellen Rabattcode zu.
Mit dem dermanostic Gutschein sparst Du 20% bei Deiner nächsten Behandlung im Standard und Premium Paket in unserer Online Hautarztpraxis.

Außerdem gibt es in unserem Newsletter regelmäßig spannende Informationen rund um die Themen Hautgesundheit, Hautpflege und Dermatologie.