Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Schuppende Herde am Körper und an der Kopfhaut sind klassische Symptome der Psoriasis, im Volksmund als Schuppenflechte bekannt. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte)

Definition

Die Psoriasis ist eine nicht ansteckende, entzündliche Hautkrankheit, die meist vererbt wird. Die Psoriasis äußert sich durch scharf begrenzte, rote Erhebungen bzw. Plaques genannt, die mit silbrigen Schuppen bedeckt sind und Juckreiz verursachen können. Die Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, die sich mit einer gezielten Therapie gut behandeln lässt. Ein Verlauf in Schüben ist klassisch.

Ursachen

Häufig ist eine genetische Veranlagung für die Entstehung verantwortlich. Aber nicht jeder Mensch, der die Veranlagung genetisch trägt, entwickelt eine Psoriasis. Hauptgrund für den Ausbruch ist das Immunsystem, das durch unterschiedliche Triggerfaktoren aktiviert werden kann. Das Immunsystem führt zu einer Entzündungsreaktionen in der Haut, sodass die Hautzellerneuerung angekurbelt wird. Deshalb bilden sich übermäßig viele, zum Teil unreife Hautzellen, medizinisch Keratinozyten genannt.

Man unterscheidet zwei Gruppen bei der Entstehung, den sogenannten Typ 1 und Typ 2. Die meisten Betroffenen leiden am Typ-1 der Psoriasis, der zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr erscheint. Wohingegen der Typ-2 erstmalig nach dem 40. Lebensjahr auftritt.

Oft bricht die Krankheit erst durch auslösende Trigger-Faktoren aus. Hierzu zählen zum Beispiel Infektionen, Stress und hormonelle Umstellungen. Ein Schub kann auch durch Hautverletzungen oder mechanische Reizung der Haut provoziert werden. Gewisse Medikamente sind dafür bekannt, die Psoriasis auszulösen. Dazu zählen unter anderem Blutdrucksenker, Schmerzmittel und Malariamittel.

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Symptome

Die betroffenen Hautpartien sind von den gesunden Hautpartien deutlich abgrenzbar, stark gerötet und können jucken. Hinzu kommen silbergraue, grobe Schuppungen der Hautoberfläche (sogenannte Plaques). Wenn sich die Schuppen ablösen, entstehen schnell punktförmige Blutungen.
Die am meisten betroffenen Hautpartien sind die Ellbogen, Kniescheiben, der Kopfbereich, das Gesäß, die Brust und der Rücken. Auch die Nägel an Händen und Füßen können Veränderungen aufweisen. Außerdem sind Gelenkschmerzen möglich. Daher sollten alle Patienten mit einer Psoriasis aktiv nach Beschwerden der Gelenke befragt werden und ggfs. Orthopädisch und Rheumatologisch vorgestellt werden. Die Psoriasis kann in Schüben verlaufen, die unterschiedlich lange andauern. Die dazwischenliegenden, beschwerdefreien Zeiträume können wenige Wochen bis mehrere Jahre betragen.

Innerhalb der Psoriasis vulgaris unterscheidet man verschiedene Typen. Der Plaque-Typ, von dem die meisten Psoriatiker betroffen sind, zeichnet sich durch silbrig-weiße bis gelbliche Schuppen aus, die sich meist an den Armen, Beinen, der Brust und dem Rücken befinden. Am Guttata-Typ erkranken meistens Kinder und Jugendliche, oft ausgelöst durch eine Streptokokkeninfektion. Hier treten die kleinen Plaques am ganzen Körper, aber hauptsächlich im Gesicht, auf der Brust oder am Rücken auf.

Diagnose

Die Diagnose lässt sich häufig als Blickdiagnose stellen. Die klassische Lokalisation und das Aussehen lassen auf eine Psoriasis schließen. Die Betroffenen haben meistens ebenfalls an einer Psoriasis erkrankte Familienmitglieder. Nur in seltenen Fällen ist eine Hautprobe (Biopsie) notwendig.

Therapie

Basis von jeder Therapie der Psoriasis ist eine gute Hautpflege. Dazu gehören unter anderem rückfettende Cremes und Salben aus Harnstoff oder Salicylsäure, die nach ärztlicher Rücksprache aufgetragen werden können. Reichen diese nicht aus, kommen weitere entzündungshemmende Präparate zur Anwendung. Diese enthalten zum Beispiel den Wirkstoff Kortison oder Dithranol. Bei schweren Verläufen wird mit Hilfe von Tabletten die gesteigerte Aktivität des Immunsystems unterdrückt. Auch eine Behandlung mit UVB-Lichtführt zu einer Besserung der Beschwerden. Der Konsum von Alkohol und Nikotin sollte gemieden werden. Auch die Medikamente sollten geprüft werden, da sie mögliche Auslöser und Verstärker der Erkrankung sein können.

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Autor: Dr. med. Alice Martin

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