Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Immer wiederkehrende Entzündungen, Pickel und Abszesse in den Leisten, Achseln oder Genitalbereich. Die Hidradenitis suppurative (auch Acne inversa genannt), ist eine stark belastende chronische Erkrankung. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

Definition

Bei der Hidradenitis suppurativa handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die durch eine Entzündung der Haarwurzel entsteht. Die entzündlichen Knoten befallen vor allem die Achseln, Leisten, Bauchfalte, Brust und den Genitalbereich. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Betroffenen entwickeln die Symptome meistens nach der Pubertät zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Ursache

Die genaue Ursache der Erkrankung ist unbekannt. Das Auftreten in oder nach der Pubertät weist jedoch auf eine hormonelle Komponente hin. Man vermutet, dass das Immunsystem eine übermäßige Aktivität aufweist und an der Entstehung beteiligt ist. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine übermäßige Verhornung des Haarfollikels auftritt. Durch das übermäßige Horn wird der Haarfollikel verschlossen und das Haar kann nicht an die Hautoberfläche gelangen. Es wächst somit in einer eigen kreierten Höhle weiter. Im Verlauf kommt es zur Ausbildung eines Knotens, der sich entzünden und aufplatzen kann. Diese häufig eitrigen Entzündungen gehen mit einer ausgeprägten Narbenbildung einher.

Da die Krankheit oft familiär gehäuft auftritt, wird von einer genetischen Komponente ausgegangen. Zudem konnte in Studien ein Zusammenhang zu folgenden Faktoren gefunden werden: Rauchen, Übergewicht und mangelnde Körperhygiene.

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Symptome

Aufgrund der Verhornungsstörung der Haarwurzel kommt es zu Beginn der Erkrankung zur Knotenbildung unter der Haut. Das Haar wächst unter der Haut, ohne an die Oberfläche zu gelangen. Es entstehen kleine tastbare Knötchen. Diese werden immer größer und bilden einen Hohlraum, der sich entzünden kann. Die Entzündung kann sich bis in die Tiefe ausdehnen und bis in den Bereich der Schweißdrüsen vordringen. Entzündungen der Haarfollikel starten als sogenannte Follikulitis, eine ausgeprägte Entzündung mündet in einem Abszess (abgekapselte Eiteransammlung in einem Hohlraum). Dadurch, dass die Hidradenitis suppurativa wiederholt ausbricht, entstehen im späteren Verlauf neben den Abszessen, verhärtete Knoten, Fisteln (Verbindungen und Öffnungen in der Haut) sowie Narben.

Abszesse und Fisteln können je nach Schweregrad und Lokalisation bis in andere Organe und in Hohlräume vordringen. Wenn z.B. die Erkrankung im Genitalbereich lokalisiert ist, können die Fisteln und Abszesse bis in den Darm vordringen. Durch diese unnatürlichen Verbindungen zwischen dem Darm und der Haut kann Stuhl auch durch die Fisteln an die Hautoberfläche gelangen und zu Entzündungen führen. Durch den langsam verlaufenden und langandauernden Verlauf der Hidradenitis suppurativa können Schwellungen und Erysipele (Wundrosen) entstehen.

Oft vergeht eine lange Zeit, bis die Hidradenitis suppurativa richtig diagnostiziert wird. Anhand einer Befragung, körperlichen Untersuchung und einem Abtasten der betroffenen Hautareale, kann der Arzt die Erkrankung diagnostizieren und den Schweregrad einschätzen. Sollten Hohlräume (Fistelgänge) vorhanden sein, wird durch medizinische Instrumente versucht herauszufinden, wie tief diese Gänge sind und wohin sie verlaufen. Manchmal sind hier spezielle bildgebende Verfahren notwendig, wie ein MRT (Magnetresonanztomografie).

Wichtig ist, dass ein mikrobiologischer Abstrich aus den Wunden entnommen wird. Dadurch können die Keime, die die Wunde besiedeln, identifiziert werden.

Therapie

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Hidradenitis suppurativa zu behandeln. Dazu zählt die operative und medikamentöse Therapie. Die ersten Behandlungsansätze sind meistens desinfizierende Hygienemaßnahmen und antibiotische Cremes, die auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden. Zudem gibt es eine Antibiotikakombination (Clindamycin und Rifampicin), die die Entzündungsreaktion reduzieren können.
Seit einiger Zeit wird eine Behandlung mit einem sogenannten Biologicum angewendet. Das Biologicum blockiert einen bestimmten Faktor, der an Entzündungsprozessen beteiligt ist.

Die Therapie der Wahl ist die eine Operation und Entfernung der Entzündungsareale. Das bedeutet, dass die Haut inklusive des darunterliegenden Unterhautgewebes entfernt wird. Es gibt alternativ bei einer nicht sehr stark ausgeprägten Hidradenitis suppurative die Möglichkeit, nur lokal desinfizierend oder mit Antibiotika zu behandeln. Auch eine Laserbehandlung, die in erster Linie auf die Zerstörung der Haarfollikel abzielt, kann zu einem guten Ergebnis führen, hier sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt erfolgen.

Selbst können die Betroffenen, falls nötig, ihr Gewicht reduzieren. Generell ist eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und Bewegung zu empfehlen. Das Rauchen sollte ebenso eingestellt werden.

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Autor: Dr. med. Alice Martin

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