Akne

Online-Hautarzt: Ursache, Formen, Symptome und Therapie

Die Akne ist jedem spätestens seit der Pubertät ein Begriff. Es gibt unterschiedliche Akneformen, die je nach Alter, Begleiterkrankungen und Medikamenteneinnahme unterschiedliche Ursachen haben. Entsprechen richtet sich auch die Therapie individuell an den Patienten. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Dermanostic Hautlexikon | Akne

Definition

Die Akne ist eine Entzündungsreaktion des Talgdrüsenapparates sowie Haarfollikels und kann sich an verschiedenen Lokalisationen (häufig Gesicht- und Rückenbereich) ausbilden. Symptomatisch fällt die Akne mit Beginn der Pubertät auf. Es kommt, dass sich auf bisher gesund wirkender Haut ab einem gewissen Zeitpunkt erste Mitesser und Pickel bilden. Die Akne ist hormonell bedingt und tritt in verschiedensten Schweregraden und Formen auf. Häufig kann sie junge Menschen noch bis ins dritte Lebensjahrzehnt begleiten.

Ursache

Auslöser für die Akne ist das hormonelle Ungleichgewicht im jugendlichen Organismus. Dieses wirkt sich nämlich auf die Fett- und Hornzellenproduktion der Talgdrüsen aus. Eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielen die männlichen Sexualhormone, die sog. Androgene. Im Endeffekt resultiert die Hautveränderung aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Dazu gehören:

  • Überfunktion der Talgdrüsen mit gestörter Hornzellproduktion
  • Bakterien, die die überaktive Talgdrüse überbesiedeln

Überproduktion von Talg und Hornmaterial:
Durch die Sexualhormone werden die Talgdrüsen der Haut, sowie ihre Funktion beeinflusst. Somit kommt es zu Beginn der Pubertät, dass sich zum einen die feinen Talgdrüsen auf der Haut vermehren; zum anderen, dass die Talgproduktion angeregt wird. Erfolgt ein problemloser Abtransport des produzierten Talgs aus den Gängen der Talgdrüsen, so erscheint die Haut bloß „fettiger“. Allerdings wird ebenfalls die zusätzliche Produktion von Hornmaterial, das den Talgdrüsen-Gang auskleidet, durch die männlichen Sexualhormone beeinflusst. Es kommt zur Verstopfung der Talgdrüsen und einem erschwerten Abtransport des produzierten Talgs.
Dadurch bilden sich die für Akne typischen Hautveränderungen, wie z.B. Mitesser. Werden diese ausgedrückt, so entleert sich ein weiß-dünner Talgstrang. Dennoch sollte auf das Ausdrücken unbedingt verzichtet werden, da dadurch Entzündungen entstehen können. Anstelle dessen sind spezielle Reinigungsmittel vom Dermatologen anzuwenden.

Bakterien fördern entzündliche Prozesse
Auf der Gesichtshaut befinden sich zahlreiche Bakterien, die bei gesunder Haut eine unverzichtbare Arbeit leisten. Eines dieser Bakterien der Gattung Propionibacterium acnes fühlt sich im Ausführungsgang der Talgdrüse besonders wohl. Durch die überaktive Talgdrüse herrschen optimale Voraussetzungen für eine schnelle Vermehrung. Mit ihren Enzymen zersetzt das Bakterium durchgehend den Talg, sodass dieser erschwert abtransportiert werden kann. Es kommt zur Verstopfung der Talgdrüse und Bildung von Entzündungen in Form von Pusteln und Hautknoten.

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Symptome

Bei der Akne zeigen sich typische Hautveränderungen vor allem dort, wo sich viele Drüsen befinden. Also vor allem im Gesicht und am Oberkörper. Zu den typischen Symptomen gehören offene und geschlossene Mitesser, entzündete und mit Eiter gefüllte Pickel, sowie schmerzempfindliche Papeln.

Es gibt verschiedene Formen der Akne.
Dazu zählen:

  • Acne comedonica

Diese Akneform konzentriert sich vor allem auf die Gesichtshaut. Es kommt typischerweise zu offenen, sowie geschlossenen Mitessern, wobei entzündliche Prozesse seltener auftreten. Stark betroffen sind die Nase, das Kinn und die Stirn (sogenannte T-Zone).

  • Acne papulo-pustulosa

Diese Form der Akne breitet sich über das Gesicht und über den Oberkörper aus. Hierbei zeigen sich Mitesser, entzündliche mit Eiter gefüllte Pickel, sowie berührungsempfindliche Papeln. Neben den Papeln, die eine Größe von bis zu 5 mm erreichen können, kann es des Weiteren zu bis zu zehn Millimeters großen Knötchen kommen. Oft entstehen durch die entzündlichen Prozesse Narben.

  • Acne conglobata

Die Acne conglobate ist eine sehr schwere Verlaufsform. Sie tritt häufiger bei Männern auf und äußert sich symptomatisch mit schmerzhaft und hochentzündlichen Knoten. Es kommt zudem häufiger vor, dass sich die Entzündungen abkapseln und Abszesse entstehen. Diese Verlaufsform führt häufig zu ausgeprägten Narben.

  • Acne fulminans

Als Komplikation der Acne conglobata tritt die Acne fulminans auf. Es treten Symptome wie Fieber, Nieren- oder Gelenkentzündungen auf. Von der Akne befallene Hautpartien können in besonders schweren Verläufen absterben.

  • Acne neonatorum

Ausgelöst durch die männlichen Sexualhormone, die die Mutter auf das Kind überträgt, entsteht die Acne neonatorum. Sie ist eine schnell abheilende Neugeborenen-Akne.

  • Acne medicamentosa

Die Acne medicamentosa wird durch Medikamente getriggert.

Schwere Verläufe:

Schwer ausgeprägte Hautveränderungen zeigen leider oft einen zeitlichen Verlauf von fünf bis zwanzig Jahre. Es bilden sich zahlreich Pusteln und Knoten, die sich großflächig über das Gesicht und den Rücken erstrecken. Diese Form der Akne neigt zudem zu Entzündungen und verstärkter Narbenbildung. Um dies so gut wie nur möglich zu verhindern, gehört die Therapie der Akne in die Hände eines erfahrenen Dermatologen. Durch eine individuell auf die Haut abgestimmte Therapie, die über den gesamten Zeitraum konsequent durchgeführt wird, wird die Chance auf eine optimale Abheilung erhöht. Doch neben der Hautveränderung als solcher kann es bei einer schweren Akne zu einer psychischen Belastung für Jugendliche und junge Erwachsenen kommen. Eine begleitende psychologische Therapie ist deshalb in ausgeprägten Fällen eine wichtige Option.

Therapie

Allgemein:

Für ein optimales Behandlungsergebnis ist eine zielgerichtete und individuelle auf die Schwere der Erkrankung abgestimmte Therapie entscheidend. Die Therapiemöglichkeiten erstrecken sich „von konsequenter Pflege“ mit speziellen vom Dermatologen empfohlenen Cremes bis hin zur „intensiven medikamentösen Therapie“. Eine kontinuierliche Wiedervorstellung beim Hautarzt ist ebenfalls Teil des Behandlungsplans, um den Verlauf zu beobachten und ggf. die Therapie zu optimieren.

Einflussfaktor Ernährung:

Als einen Einflussfaktor wurde die Ernährung beobachtet, die sich auf die Haut negativ auswirken kann. Insbesondere schnell aufgeschlüsselten Kohlenhydraten, bspw. weißes Mehl, sowie gesättigte Fettsäuren (z.B. in Margarine), stehen im Verdacht die Akne zu fördern. Jeder Patient ist individuell und so wirkt sich auch die Ernährung verschieden auf dessen Hautbild aus. Allgemein kann gesagt werden: Ein positives Hautbild kann durch gesunde und ausgewogene Ernährung gefördert werden.

Pflege:

Die Pflege der betroffenen Hautareale sollte konsequent und mit speziell dafür entwickelten Produkten erfolgen. Um das Hautmilieu aufrechtzuerhalten, reicht bereits die tägliche Reinigung mit pH-neutralen Seifen und Waschlotionen. Ergänzend zur Basispflege können Pflegecremes und Kosmetika genutzt werden.

Medikamente:

Bei besonders schweren Formen der Akne ist die medikamentöse Therapie die Behandlung der ersten Wahl. Der Dermatologe kann sich zwischen einer äußerlichen oder systemischen Therapie entscheiden.

Die äußere Therapie besteht aus vom Arzt verordneten Cremes und Lösungen mit verschiedensten Wirkstoffen. Ziel der Behandlung ist die Verhinderung der Entzündung sowie Ausbreitung der Akne.

  • Benzoylperoxid: Bakterienabtötender Wirkstoff
  • Antibiotisch wirkende Cremes
  • Vitamin A-Säure-Präparate (Retinoide): reduzieren die Verhornung der Talgdrüsenausführungsgänge und wirken entzündungshemmend
  • Fruchtsäuren: Haben eine erweiternde Wirkung auf die Ausführungsgänge der Talgdrüsen

Die systemische Therapie bedeutet die Einnahme von Medikamenten, die somit die Wirkung von innen heraus entfalten. Bei der Therapie der Akne stützt sich diese besonders auf drei Wirkstoff-Gruppen:

  • Hormone

Die regelmäßige Einnahme der Antibabypille wirkt sich durch den anti-männlichen Hormoneffekt häufig positiv auf die Haut aus. Dies erfordert allerdings Geduld, da sich erste Ergebnisse oft erst nach einem halben Jahr zeigen. Auch wenn die Pille häufig für eine bessere Haut verschrieben wird, sollte vorher ein Dermatologe aufgesucht werden.

  • Retinoide

Diese kommen ausschließlich bei schwer ausgeprägter Verlaufsform der Akne zum Einsatz, da sie bestimmte Nebenwirkungen aufweisen. Da sie während einer Schwangerschaft zu schweren Missbildungen des Neugeborenen führen können, muss vor Beginn der Therapie eine Schwangerschaft ausgeschlossen und eine sichere Verhütung (Kondome zählen nicht dazu) während der Einnahmezeit und drei Monate darüber hinaus stattfinden.

  • Antibiotika

Bekämpfen die Entzündung von innen heraus.

Narben
Obwohl eine professionelle Akne-Therapie zum Ziel hat, die Narbenbildung weitestgehend zu verhindern, ist die Ausprägung der Narben von der Schwere des Verlaufs abhängig.

Bei sichtbaren Narben bietet sich Make-up zum Abdecken an. Auch operative Methoden, Laserbehandlungen oder spezielle Säure-Peelings bzw. Cremes sind therapeutisch durchaus möglich. Diese sind nur mögliche Beispiele zur Behandlung von Narben, die Auswahl der Behandlungsoptionen ist deutlich größer. Welche Therapiemethode letztendlich für welchen Patienten passt, entscheidet der auf die Narbenbildung spezialisierte Arzt.

Quellen:
Hoffmann/La Roche, 2003 - Roche Lexikon Medizin
Adebamowo et al., 2005 - Journal of the American Academy of Dermatology

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Autor: Dr. med. Alice Martin

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