Insektenstiche

Online-Hautarzt: Ursache, Formen, Symptome und Therapie

Vor allem im Sommer treten Insektenstiche gehäuft auf, wobei das Verhalten der Insekten unterschiedlich ist. Wespen, Bienen und Hornissen stechen vor allem bei Bedrohung. Zecken, Flöhe und Moskitos sind hingegen auf Blut angewiesen und stechen oder beißen gezielt, um sich zu ernähren. Mücken sind meist nachts aktiv, Wespen und Bienen tagsüber. Wir erklären Ihnen, welche Insektenstiche besonders häufig sind, was sie verursachen und was man dagegen tun kann.

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Ursache und Formen

Wespenstiche:

Wespen besitzen eine besonders hohe Aufdringlichkeit und das Wespengift besitzt das höchste Allergiepotential. Typisch nach einem Stich sind rote überwärmte Schwellungen, Schmerzen und Juckreiz. Treten zusätzlich Unwohlsein, Übelkeit oder ein Anschwellen der Gliedmaße auf, ist dies ein Hinweis für eine allergische Reaktion. Hier ist ein Arztbesuch dringlichst angeraten. Ohne allergische Reaktion verschwinden die Symptome in der Regel innerhalb von drei bis vier Tagen.

Bienenstiche:

Bei einem Bienenstich verbleibt der Stachel in der Haut und führt zu einer Schwellung mit Rötung. Schmerzen an der Einstichstille und Juckreiz sind typisch. Der Stachel sollte umgehend mit einer Pinzette entfernt werden, da er Gift enthält. Anschließend sollte die Einstichstelle gekühlt werden. Auch das Gift der Bienen kann allergische Reaktionen verursachen. Bei einer allergischen Reaktion sollte ein Arzt schnell kontaktiert werden!

Bremsen- und Mückenstiche:

Bremsen und Mücken sind blutsaugende Insekten. Der Stich einer Bremse ist sehr schmerzhaft, die Haut schwillt an und rötet sich. In der Mitte des Stiches zeigt sich meist eine kleine Vertiefung. Die Stechmücke saugt wie die Bremse Blut, wobei eine juckende, teils überwärmte Quaddel entsteht. Mückenstiche sind in Deutschland unbedenklich, in den Tropen hingegen können sie ernstzunehmende Krankheiten übertragen – z.B. Malaria.

Zeckenbiss:

Zeckenbisse entstehen besonders beim Aufenthalt im Grünen. Die Zecke hält sich in Gebüschen, Sträuchern und hohem Gras auf. Zunächst krallt sie sich an der Kleidung oder an einzelnen Haaren fest und sucht sich später Hautkontakt, um Blut zu saugen. Ein Zeckenbiss ist an sich ungefährlich, jedoch können Zecken Krankheiten wie Borreliose oder FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) übertragen. Entdecken Sie eine Zecke an ihrem Körper, gilt es diese schnellstmöglich mit einer Pinzette zu entfernen. Im Zweifel ist das Aufsuchen eines Arztes ratsam. Beobachten Sie außerdem das Areal, indem der Biss stattgefunden hat. Wenn hier im Verlauf eine wandernde Rötung auftritt, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden.

Flöhe:

Hauptwirte der Flöhe sind vor allem Hunde und Katzen, jedoch kommt auch der Mensch infrage. Typisch für Flohbisse sind kleine, rote und stark juckende Punkte auf der Haut, wobei die Bisse oft direkt nebeneinander liegen. Kratzen ist zu vermeiden, da sich die Bissstellen entzünden. Es empfiehlt sich die betroffene Hautregion zu kühlen und ein Gel gegen Insektenstiche anzuwenden.

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Symptome

Typische Symptome eines Insektenstichs sind Schmerzen, Juckreiz und ein brennendes Gefühl auf der Haut. Trotzdem sind die meisten Insektenstiche harmlos. Bei einer allergischen Reaktion ist der Arzt aufzusuchen, hier besteht das mögliche Risiko eines allergischen Schocks. Kommt es neben anschwellenden Gliedmaßen nach dem Insektenstich zu Schwindel, Hautausschlag, Herzklopfen, Schwellungen im Gesicht oder Mundbereich, könnte ein allergischer Schock vorliegen. Hier sollte direkt ein Notarzt kontaktieren werden.

Therapie

Um die Entzündung und die Schmerzen zu vermindern, ist das Auflegen eines kühlen, feuchten Umschlags sinnvoll. Lotionen mit Antihistaminika lindern den Juckreiz und beschleunigen den Heilungsprozess. Alternativ sind auch niedrig dosierte Kortisonpräparate zu empfehlen. Viele Salben, Gele und Sprays sind auch ohne Rezept in der Apotheke käuflich.

Hinweis: Insektenstiche im Mund- und Rachenraum können auch bei Nicht-Allergikern schlimmstenfalls zur Atemnot führen. Hier sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn eine Insektengiftallergie vorliegt, sollte zudem ein Notfallset verschrieben werden. Es enthält abschwellende Medikamente und eine Adrenalinspritze, welche den Kreislauf in der Notsituation stabilisiert. Zudem ist eine Hyposensibilisierung v.a. bei Wespengift, aber auch weiteren Insektengiften sinnvoll. Hierbei wird der Körper an das Allergen (Gift) gewöhnt, sodass zukünftig die Symptome abgeschwächt auftreten und keine allergische Reaktion mehr zu befürchten ist.

Prävention

Insektenstiche sind nicht hundertprozentig zu vermeiden, jedoch lässt sich das Risiko durch einige Maßnahmen minimieren:

  • Helle Kleidung! Insekten bevorzugen dunkle Kleidung
  • Bei Waldspaziergängen lange Kleidung tragen
  • Grüne Flächen mit Schuhen betreten
  • Verzichten auf stark riechende Parfüms und Kosmetika
  • Nahrungsmittel und Getränke in der Natur abdecken
  • Kein Zelten in der Nähe von Gewässern

Zudem kann man Kleidung und Haut mit einem Repellent eincremen oder einsprühen, welches den Geruch des Menschen für die Insekten neutralisiert. Auf Kleidung und Moskitonetzen kann die Substanz über mehrere Tage haften, auf der Haut beträgt die Wirkdauer nur wenige Stunden, sodass der Schutz stetig erneuert werden muss.

*Hinweis**:* Repellents sind bei Säuglingen und Kleinkindern ungeeignet.

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Autor: Dr. med. Alice Martin