Café-au-lait-Flecken

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Wie der Name bereits ausdrückt, handelt es sich um Hautflecken, die hellbraun pigmentiert und in der Regel völlig harmlos sind. Es gibt jedoch einige Kriterien der Café-au-lait-Flecken, die in seltenen Fällen auf weitere Erkrankungen zurückschließen lassen. Wir erklären Ihnen, was diese Erkrankung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Definition

Wie sieht ein Café-au-lait-Fleck aus?

Café-au-lait-Flecken sind nicht erhabene Hyperpigmentierungen (sogenannte „Pigmentflecken“ durch Melanozyten) auf der Haut, deren Braunton an die Farbe von Milchkaffee erinnert. Bei den meisten Patienten ist diese Hautveränderung gleichmäßig verteilt, scharf begrenzt und lässt sich nicht ertasten. Aufgrund dessen werden sie auch häufig mit einem "Altersfleck" (Lentigo simplex) verwechselt. Treten sie einzeln in Erscheinung, sind sie in den meisten Fällen harmlos und nicht therapiebedürftig. Wenn sie gesammelt und in der Anzahl gehäuft auftreten, kann dies ein Anzeichen für eine tieferliegende Systemerkrankung sein.

Ursache

Wie entstehen Café-au-lait-Flecken?

Die Flecken bestehen bei den Patienten entweder seit Geburt oder werden in früher Kindheit erworben. Insgesamt sind ca. 15 % der Gesamtbevölkerung hiervon betroffen.

Die Milchkaffeeflecken setzen sich entweder direkt auf der Haut oder den Schleimhäuten ab. Sie entstehen durch pathogene Ansammlung von exogenen (außerhalb des Körpers gebildet) und endogenen (innerhalb des Körpers gebildet) Pigmenten. Dabei wird die Sichtbarkeit von Melaninen, den Farbstoffen unseres Körpers, die für die Braun-, Schwarzfärbung von Haut, Augen und Haaren zuständig sind, verstärkt. Dieses Melanin wird von den Melanozyten gebildet, die übrigens auch für das Entstehen des schwarzen Hautkrebses (Melanom) verantwortlich sind. Sobald Sonne bzw. ultraviolette Strahlen auf die Sonne die Haut strahlen, produzieren die pigment-bildenden Zellen Melanozyten in der Haut mehr Melanin als üblich. Dieses Melanin wird in andere Zellen transportiert und gelangt schließlich auf die Hautoberfläche als Pigmentflecken bzw. Pigmentstörungen. Prinzipiell sind diese wenn überhaupt nur kosmetisch störend und medizinisch gesehen absolut harmlos und unbedenklich.

Symptome

Machen diese Pigmentflecken Beschwerden?

Café-au-lait-Flecken können am gesamten Körper auftreten, typischerweise jedoch entweder an den Extremitäten oder am Rumpf. Hierbei ist die Anordnung der Flecken zu beachten: Sind die Flecken nach einem bestimmten Muster geordnet, kann dies ein Hinweis auf eine Erkrankung in bestimmten Fällen sein. Liegen die Flecken z.B. auf den Nervenenden des Rückenmarks, sollte dringlichst ein Hautarzt konsultiert werden.

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Therapie

Was kann man bei Cafè-au-lait-Flecken tun?

Wer mehr als sechs Milchkaffee-Flecken besitzt, sollte diese untersuchen lassen. Hier können die Flecken auf folgende Erkrankungen hinweisen:

  • Neurofibromatose Typ 1 (wie bereits oben erwähnt, die Pigmentflecken sind hier typischerweise groß und zahlreich)
  • Neurofibromatose Typ 2 Die meisten Flecken treten im Alter von 2 Jahren auf, weshalb Eltern geraten wird, ihre Neugeborenen alle sechs Monate entsprechend untersuchen zu lassen, wenn diese Flecken vorhanden sind. Dadurch können Systemerkrankungen frühzeitig diagnostiziert und gegebenenfalls therapiert werden.
  • Noonan-Syndrom Wer mehr als sechs Milchkaffee-Flecken besitzt, sollte diese untersuchen lassen. Hier können die Flecken auf folgende Erkrankungen hinweisen
  • Leschke-Syndrom
  • McCune-Albright-Sternberg-Syndrom (Flecken ohne scharfe Abgrenzung)

Wenn die Flecken kosmetisch als störend empfunden werden, kann eine Therapie mit dem Laser durchgeführt werden. Hiervor erfolgt eine ausführliche Aufklärung vom Hautarzt, da der Laser die Haut nachhaltig schädigen kann und die Flecken mit dem Alter auch von selbst verschwinden können.

Mit dem Laser wird ein sehr energiereicher Lichtstrahl mit einer bestimmen Wellenlänge auf einem ganz bestimmten Bereich auf die Haut projiziert und wandelt Lichtenergie in thermische Wärmeenergie um.

Die Neurofibromatose Typ 1 ist Stand jetzt nicht zu heilen, wobei sich die Forschung diesbezüglich rasant entwickelt und fortschreitet. Bisweilen liegt der Fokus auf der Früherkennung von Komplikationen, welche mittlerweile aber behandelt werden können, wie beispielsweise die Entfernung der genannten kutanen Neurofibrome oder das frühzeitige Handeln bei Anzeichen von Lernschwierigkeiten. Hierbei sollte jedem Patient mit Neurofibromatose Typ 1 mindestens einmal im Jahr eine vollständige medizinische Untersuchung von einem Spezialisten in diesem Bereich zugeführt werden.

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Die Bilder in der unten ausgeführten Slideshow wurden von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen zur Verfügung gestellt.

Verfasst von Dr. med. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise

  • Altmeyer, P. (2021, Februar 15). Café-au-lait-Fleck. Abgerufen 06. April 2021, von https://www.altmeyers.org
  • Mautner, F. (2016) Neurofibromatose-Ambulanz der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Patientenorientierte Krankheitsbeschreibung aus dem ACHSE Netzwerk. Abgerufen 04. März 2021