Blaues Muttermal/blauer Nävus (Nävus bleu)

Online-Hautarzt: Ursache, Symptome und Behandlung

Was ist ein Nävus bleu (Blue Nävus)?

Ein dunkelblauer oder graublauer Fleck auf der Haut - so sieht der typische blaue Nävus (sogenannter Nävus bleu) aus. Wir erklären Ihnen, was diese Hautveränderung bedeutet, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann.

Blaues Muttermal/ blauer Nävus (Nävus bleu)

Definition

Der blaue Nävus (blaues Muttermal) zeigt sich in der Regel als mäßig scharf begrenzter blau-grauer Fleck bzw. als ein grau-blaues flaches Knötchen und ist eine spezielle Variante eines Muttermals. Es gibt verschiedene Arten von Muttermalen - blaue Nävus lässt sich bei ca. 1% der Bevölkerung finden und überschreitet eher selten die Größe von >1cm. Außerdem ist diese Art von Muttermal meistens in der frühen Kindheit erworben worden oder es entwickelt sich z. T. auch erst im Erwachsenenalter, d. h. es ist kein klassisch angeborenes Muttermal. 

Ursachen

Die genauen Ursachen des Nävus bleu sind nicht bekannt. Die Farbe des Muttermals wird durch die in unterschiedlicher Tiefe der Haut gelegenen pigmentbildenden Zellen der Haut hervorgerufen (sogenannte Melanozyten). Je tiefer die Melanozyten in der Haut liegen, desto (dunkel)blauer bzw. grauer erscheint die Farbe.  Dieser Effekt lässt sich durch die unterschiedliche Lichtbrechung in den einzelnen Hautschichten erklären und wird auch als Milchglas-Effekt bezeichnet. Das bedeutet letztendlich, dass es sich bei einem blauen Nävus um die gleichen Zellen handelt (Melanozyten), die bei herkömmlichen Muttermalen bräunlich aussehen, durch die tiefe Lage in der Haut jedoch nun bläulich erscheinen. Dennoch kann die Abgrenzung zu einem Malignen Melanom auch für Hautärzte teilweise eine Herausforderung darstellen.

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Symptome

Wie erkenne ich einen Nävus bleu?

Wie bereits zuvor beschrieben, äußert sich der Nävus bleu durch seine charakteristische blau-graue Farbe in Form eines Flecks oder Knötchens mit glatter Oberfläche. Er zeigt sich oftmals als erhabenes Muttermal mit glänzender Oberfläche und ertastet sich oft überraschend derb.

Diagnose

Wie lässt sich einen Nävus bleu von anderen Muttermalen abgrenzen?

Es handelt sich hierbei um eine Blickdiagnose, da das Muttermal dem Arzt auf Grund seiner charakteristischen Farbe direkt ins Auge fällt. Da es sich um eine Variante eines Muttermals handelt, sollte es immer von einem Hautarzt beurteilt und diagnostiziert werden. Hierbei verwendet der Hautarzt stets ein Auflichtmikroskop (sogenanntes Dermatoskop), um den Nävus bleu von anderen Formen von Muttermalen abzugrenzen.

Therapie

Wie kann diese Hautveränderung behandelt werden? Wann würde ein Muttermal als gefährlich eingestuft werden?

Da der Nävus bleu gutartig ist, muss er üblicherweise nicht behandelt werden. Ist die Diagnose jedoch nicht eindeutig oder es besteht der Verdacht einer Entartung, da sich etwas bezüglich Farbe, Größe oder Abgrenzbarkeit des Muttermals verändert hat, erfolgt unter örtlicher Betäubung die operative Entfernung des Muttermals mit daran anschließender feingeweblicher Untersuchung. Mit dieser Untersuchungsmethode lassen sich dann z. B. auch atypische Zellen erkennen; ein malignes Melanom kann dadurch beispielsweise von einem blauen Nävus noch eindeutiger abgegrenzt werden. Um sich selber einen Eindruck davon zu verschaffen, ob ein Muttermal als eher harmlos eingestuft werden kann oder ob es weiterer Abklärung bedarf, bedienen wir uns in der Dermatologie an den ABCDE-Kriterien.

Dabei steht die Abkürzung für folgende Begriffe:

A: Asymmetrie

B: Begrenzung

C: Color / Farbe

D: Durchmesser

E: Erhabenheit

Die ABCDE-Kriterien können dem Patienten orientierend schon einmal dabei helfen, eigene Hautveränderungen grob zu beurteilen, jedoch ist für eine genaue Beurteilung viel Erfahrung notwendig.

Im folgenden Video erklären wir noch genaueres zum Thema Hautkrebs.

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Verfasst von Dr. med Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und verantwortlich für die fachliche Redaktion bei dermanostic. Sie übernimmt die öffentliche Patientenkommunikation und schreibt medizinische Artikel.

Literatur und Einzelnachweise