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Ringelröteln (Erythema infectiosum)

Auch bekannt als: Fünfte Krankheit, Erythema infectiosum
ICD-Code: B08.3
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Ringelröteln gehören zu den klassischen Kinderkrankheiten wie Masern, Scharlach oder Windpocken. Sie werden durch das Parvovirus B19 verursacht, sind aber nicht mit Röteln verwandt. Meist verlaufen sie unbemerkt oder nur mit leichten Erkältungssymptomen. Besonders wichtig ist Vorsicht bei Schwangeren, da eine Infektion das ungeborene Kind gefährden kann. Wer die Krankheit einmal hatte, ist lebenslang geschützt.

5 Fakten über Ringelröteln

  • Ringelröteln werden durch das Parvovirus B19 verursacht.
  • Sie treten vor allem bei Kindern unter 10 Jahren auf.
  • Typisch sind rote Wangen und ein fleckiger Hautausschlag.
  • Die Ansteckung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion.
  • Meist verlaufen Ringelröteln harmlos, können in der Schwangerschaft aber problematisch sein.

Definition

Was sind Ringelröteln?

Ringelröteln (medizinisch: Erythema infectiosum) sind eine ansteckende Virusinfektion, die vor allem bei Kindern unter 10 Jahren auftritt. Typisch für Ringelröteln sind rote Wangen, die schmetterlingsförmig gerötet sind und Mund sowie Nase aussparen, gefolgt von roten Flecken an Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und im Gesäßbereich sowie Erkältungssymptomen wie Fieber oder Schnupfen. Bei den meisten Kindern und Erwachsenen verläuft die Erkrankung harmlos.

Ursache

Wie werden Ringelröteln übertragen?

Ringelröteln werden durch das Parvovirus B19 verursacht. Das Virus wird vor allem von Mensch zu Mensch übertragen, meist durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen. Auch eine Ansteckung über Kontakt mit infizierten Gegenständen oder Blut ist möglich, aber seltener.

Kinder stecken sich oft in Kindergärten oder Schulen an, während Erwachsene das Virus häufig von eigenen Kindern bekommen.

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Symptome

Wie erkennt man Ringelröteln – welche Symptome treten auf?

Kind mit Fieber bei Ringelröteln

 

Ringelröteln verlaufen bei den meisten Kindern mild oder sogar ohne erkennbare Symptome.

Die Erkrankung beginnt oft mit leichtem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit und allgemeinem Krankheitsgefühl. Nach zwei bis drei Tagen folgt meist ein beschwerdefreies Intervall von bis zu einer Woche. Danach entwickelt sich der für Ringelröteln charakteristische Hautausschlag (Exanthem).

Zunächst erscheint eine rote Gesichtsrötung (Erythem) auf den Wangen, die schmetterlingsförmig ist und Mund sowie Nase ausspart – das sogenannte „Ohrfeigenmuster“. Ein bis vier Tage später treten rote Flecken (makulopapulöses Exanthem) an Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und im Gesäßbereich auf.

Der Ausschlag kann unterschiedlich lange bestehen – von wenigen Tagen bis zu sieben Wochen. Auch Sonnen- oder Wärmeexposition kann in dieser Zeit oder noch danach neue Flecken auslösen.

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Komplikationen

Welche Komplikationen können bei Ringelröteln auftreten?

Die meisten Kinder und Erwachsenen haben keine oder nur leichte Beschwerden. Ernsthafte Komplikationen sind selten.

  • Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Blutproblemen: Es besteht das Risiko einer chronischen Infektion oder einer aplastischen Krise (vorübergehender Ausfall der Blutbildung).
  • Für Schwangere: Das Virus kann in seltenen Fällen auf das ungeborene Kind übertragen werden. Mögliche Folgen sind Blutarmut beim Kind, Flüssigkeitsansammlungen (Hydrops fetalis) oder schwere Entwicklungsstörungen. Besonders kritisch ist das erste und zweite Schwangerschaftsdrittel.

Therapie

Wie werden Ringelröteln behandelt?

Therapie bei Ringelröteln bei Kindern

 

Es gibt keine Impfung gegen Ringelröteln und kein spezielles Virusmedikament. Deshalb besteht die Behandlung hauptsächlich darin, die Erkrankung zu beobachten und die Symptome zu lindern.

Bei Kindern und gesunden Erwachsenen verläuft die Krankheit meist harmlos und erfordert keine spezielle Therapie. Leichte Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen oder Gelenkschmerzen können durch Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und gegebenenfalls Schmerzmittel gemildert werden.

Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Blutproblemen können in Einzelfällen Immunglobuline erhalten.

Bei infizierten Schwangeren werden regelmäßig Ultraschallkontrollen durchgeführt, um das ungeborene Kind zu überwachen. Entwickelt der Fetus eine schwere Blutarmut (Anämie), kann eine Bluttransfusion im Mutterleib notwendig sein. Geht die Blutarmut des Ungeborenen bei Ringelröteln mit einer Wassereinlagerung, einer krankhaften Flüssigkeitsansammlung im Gewebe und in Körperhöhlen des Ungeborenen, einher, ist eine sorgfältige medizinische Überwachung notwendig.

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Wirkstoffe

Gibt es Medikamente gegen Ringelröteln?

Quellen:

  1. Der, D. V. Z. B. & EV, G. F. V. (2014c). S2k-Leitlinie – Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen. Springer. | Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen
  2. Friese, K., Mylonas, I. & Schulze, A. (2013). Infektionserkrankungen der Schwangeren und des Neugeborenen. Springer. | Infektionserkrankungen der Schwangeren und Neugeborenen
  3. Metzler, C. (2021). Der Kinderarzt vom Bodensee – Medizinische Tipps für Eltern: Husten, Fieber, Impfungen & Co. Springer.| Der Kinderarzt vom Bodensee
  4. Frank, R., Glander, H. & Haustein, U. (1996). Dermatologische Symptomatik bei Parvovirus B19-Infektionen. Der Hautarzt, 47(5), 365–368. https://doi.org/10.1007/s001050050432| Parvovirus B19- Infektionen

Inhalt

Verfasst von
Dr. med. Eleni Papakonstantinou
Dr. med. Eleni Papakonstantinou ist Hautfachärztin bei dermanostic und verbindet ihre Erfahrung aus der Praxis mit digitaler Hautmedizin. In ihren Beiträgen geht es ihr darum, Hautthemen verständlich und alltagsnah zu erklären und Orientierung zu geben, wann Hautpflege ausreicht und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

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