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Woher kommt ein Handekzem?

Das Handekzem gilt als die Berufskrankheit Nr. 1 in Deutschland.

Woher kommt ein Handekzem?

Gina Wintrich   16.11.2021

Handekzeme zählen zu den häufigsten Hautkrankheiten überhaupt: Bis zu 10% aller Erwachsenen sind jährlich mindestens einmal betroffen. Bei jedem Menschen sieht das Erscheinungsbild anders aus - allen gemein sind jedoch ein quälender Juckreiz, Schmerzen und Rötungen. Besonders häufig betroffen sind Menschen, die viel und regelmäßig mit ihren Händen arbeiten. Doch was hilft wirklich bei einem Handekzem?

Was ist ein Handekzem?

Bei einem Handekzem handelt es sich um eine Entzündung der Haut an den Händen. Diese ist nicht ansteckend. Häufig beginnt es mit rissigen trockenen Händen, diese können sich ab einem gewissen Punkt zusätzlich entzünden - dann spricht man von einem Ekzem.

Die Symptome sind bei Patienten sehr unterschiedlich. Während es bei einer Person zu Hautschuppungen, Rissen und Entzündungen kommt es bei der anderen zu Verhornungen, juckenden Bläschen oder nässenden Stellen. Meist gehen mit den genannten Symptomen ein starker Juckreiz, Rötungen und manchmal auch Schmerzen einher.

Menschen, die beruflich oder in ihrer Freizeit mit ihren Händen arbeiten und diese dadurch belasten, sind besonders häufig betroffen. Dazu zählen zum Beispiel folgende Berufsgruppen:

  • Friseure
  • Bäcker, Konditoren, Köche
  • Maschinisten, Metallgewerbe
  • Floristen, Arbeiter der Garten- und Landwirtschaft
  • Fliesenleger, Maurer, Handwerker
  • Zahntechniker
  • Gesundheitsberufe

Das Handekzem gilt als Deutschlands Berufskrankheit Nummer 1, da 50% aller Fälle von Handekzemen der beruflichen Tätigkeit der Patienten zugrunde liegen. Bei ca. 5-8% aller Handekzeme ist sogar eine Berufsunfähigkeit die Folge. Und trotz dieser erschreckenden Zahlen begeben sich nur etwa ein Drittel aller Betroffenen in ärztliche Behandlung. Daher möchten wir mit diesem Beitrag auf die Dringlichkeit einer Behandlung aufmerksam machen.

Warum entstehen Handekzeme?

Es gibt sehr viele mögliche Auslöser, die eine Entzündung der Hände hervorrufen können. Meistens ist es tatsächlich auch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die sich gegenseitig noch weiter verstärken. Je nach Form des Ekzems unterscheidet sich auch die Ursache.

Insgesamt kann man jedoch sagen, dass bei jeder Form eine geschädigte Hautbarriere mitverantwortlich ist: eine gesunde Hautbarriere schützt unsere Haut und somit unseren Körper vor dem Eindringen von Schadstoffen, Bakterien und Viren. Ist diese jedoch geschädigt so ist es Schadstoffen, Allergenen und Co. ein leichtes in die Haut einzudringen und dort eine Entzündung auszulösen.

Schäden der Hautbarriere entstehen zum Beispiel durch zu häufige oder falsche Reinigung, häufigem Kontakt mit Wasser oder Reinigungsmitteln, Kontakt mit Säuren oder Laugen oder auch regelmäßigen mechanischen Reizen der Haut.

Auch Menschen, die generell zu Allergien neigen, sind häufiger betroffen. Genauso wie Personen mit sehr trockener Haut - auch diese tendieren eher dazu Handekzeme zu entwickeln, als Personen mit gut hydrierter Haut.

Gerade während der Pandemie gehört für uns das regelmäßige Händewaschen und die Anwendung von Seife und Desinfektionsmittel zum Alltag. Doch gerade das, was unser Infektionsrisiko senkt, schadet unserer Haut enorm, trocknet diese aus und erhöht das Risiko eines Handekzems. Auch die niedrige Luftfeuchtigkeit während der kalten Jahreszeit kann sich negativ auswirken.

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Welche Formen unterscheiden wir bei einem Handekzem?

Es gibt viele verschiedene Formen des Ekzems, diese können nach drei verschiedenen Charakteristika unterteilt werden.

  1. Unterteilung nach Ursache des Ekzems:
    • Allergisches Ekzem: Schutzbarriere der Haut wird durch aggressive und allergieauslösende Stoffe angegriffen, wodurch es im Körper zu einer Entzündungsreaktion kommt. Die allergische Reaktion kann sich über den Bereich, der mit den Stoffen in Kontakt kam, noch weiter ausbreiten.
    • Kumulativ-subtoxisches Ekzem: Es handelt sich meist um ein toxisches Kontaktekzem, welches ausgelöst wird durch den Kontakt mit Schadstoffen. Äußere Einflüsse und häufig und auch weitere hautbelastende Tätigkeiten können zusätzliche Auslöser sein. Hier sind nur die Stellen betroffen, die mit den Schadstoffen in Kontakt gekommen sind.
    • Atopisches Ekzem: Diese Form wird durch einen inneren Faktor ausgelöst. Beispielsweise ist eine Vorerkrankung mit Neurodermitis ein Risikofaktor, genauso wie Allergien.
  2. Unterteilung nach dem zeitlichen Krankheitsverlauf:
    • Akutes Handekzem
    • Subakutes Handekzem
    • Chronisches Handekzem (hält länger als 3 Monate an oder tritt innerhalb eines Jahres mehr als einmal auf)
  3. Unterteilung nach dem Erscheinungsbild:
    • Hyperkeratotisches Ekzem: Hier liegt eine dicke gelbliche Hornschicht vor.
    • Hyperkeratotisch-rhagadiformes Ekzem: Hier liegt ebenfalls eine dicke Hornschicht vor. Hinzu kommen hier zum Teil sehr tiefe schmerzhafte Risse und es können juckende Bläschen am Rand der betroffenen Stellen auftreten.
    • Dyshidrotisches Ekzem: Hier treten juckende Bläschen auf, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt sind. Zusätzlich kann es auch zu Schuppungen oder Hautrissen kommen.

In den Handflächen kommt es meist zu rissigen Verhornungen oder Schuppungen. Zwischen den Fingern hingegen bilden sich häufig Bläschen, da dort ein feuchteres Milieu herrscht und eine ständige Reibung vorliegt.

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Was hilft bei einem Handekzem?

Das wichtigste bei der Behandlung eines Handekzems ist der Wiederaufbau der Hautbarriere, sodass diese die Haut und den Körper wieder entsprechend schützen kann. Dazu ist die richtige Pflege essenziell. Es gibt ein paar Punkte, die man als grobe Richtlinien auf jeden Hauttyp anwenden kann, um seine Haut zu schützen.

  • Anwendung rückfettender Produkte
  • Verwendung pH-neutraler Reinigungs- und Pflegemittel (pH 5,5)
  • 2-3 Liter Flüssigkeitszufuhr pro Tag
  • Nicht öfter als 2-3-mal pro Woche duschen, nicht länger als 10-15 Minuten
  • Nach jedem Duschen und Händewaschen eincremen

Mehr zur individuellen Pflege je nach Hauttyp zum Aufbau der Hautbarriere lesen Sie in unserem Blogbeitrag zum Thema Hautpflege im Winter. Vor allem im Winter treten vermehrt Ekzeme auf.

Darüber hinaus ist es natürlich unumgänglich der Ursache der Entzündung auf den Grund zu gehen und diese zu behandeln. Handelt es sich zum Beispiel um ein allergisches Kontaktekzem kann es oft schon hilfreich sein bei der Arbeit mit den entsprechenden Stoffen Schutzhandschuhe zu tragen, um den direkten Kontakt mit den Schadstoffen zu vermeiden.

Bei schwereren Fällen ist häufig eine zusätzliche Therapie nötig. Dazu können Ärzte zum Beispiel kortisonhaltige Salben oder Cremes verschreiben. Diese sollten jedoch nicht über einen allzu langen Zeitraum angewandt werden, sondern eignen sich lediglich zur akuten Behandlung eines Ekzems.

Weiter gibt es die Möglichkeit von Lichttherapien oder Medikamenten zur inneren Anwendung. Auch Immunmodulatoren können angewandt werden. Diese Therapien sollten jedoch nur bei schwereren Fällen und nach ausführlicher Absprache mit einem Facharzt durchgeführt werden. Nutzen Sie dazu gerne unsere App und lassen Sie sich von unseren Dermatologen beraten.

Fassen wir zusammen: Dos und Don'ts bei Handekzemen

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Was ist der Unterschied zu trockener Haut?

Trockene Haut ist in vielen Fällen eine von vielen Ursachen eines Ekzems, egal an welcher Stelle dieses auftritt. Jedoch spricht man bei "nur" trockener Haut noch nicht von einem Ekzem. Bei einem Ekzem kommen die bereits genannten Symptome wie Entzündungen, Schuppen, Risse oder Bläschen auf der Haut noch hinzu. Häufig ist es ein fließender Übergang, weshalb die beiden Erscheinungsbilder nicht klar voneinander getrennt werden können.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne über unsere App, oder unsere Social Media Seiten an uns!

Verfasst von Gina Wintrich

Gina Wintrich ist Mitarbeiterin des Kommunikations- und Redaktionsteams von dermanostic. Sie beschäftigt sich vor allem mit den Bereichen Lifestyle und Unternehmensnews.